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magsail  - newsletter von Mareike Guhr

 

Liebe Mitsegler, Freunde und Interessierte!

Auf Grund der aktuellen Situation, als erstes einmal ganz allgemein: Danke Euch für die vielen besorgten Nachfragen! Mir geht es gut, ich bin gesund und bestens versorgt. Die Sonne scheint hier zwischen den tropischen Regenschauern hindurch und bringt viele Regenbögen mit sich.
Auch Moana ist wohlauf, wir liegen vor Jolly Harbour (Antigua) an einem geschützten Ankerplatz und wenn alles glatt geht, können meine jetzigen Mitsegler an diesem Wochenende alle ihre Heimreise antreten. Wenn auch nicht so wie geplant und die vergangenen Tage waren reichlich aufregend. Das ursprüngliche Törnziel St. Maarten konnten wir wegen Einreisebeschränkungen nicht mehr anlaufen, wir mussten umdrehen, neue Rückflüge organisieren und die tägliche Standleitung mit Catharina als Fachfrau steht nicht still. Wenn meine Crew es geschafft hat in Deutschland anzukommen, bin ich sehr erleichtert! 

Hier in Antigua ist die Lage derzeit noch relativ normal, wenn ich es mit den Schilderungen von anderen karibischen Inseln oder gar Europa vergleiche. Auch weil eine Einreise in andere Staaten bzw. Inseln kaum noch machbar ist, habe ich beschlossen vorerst hier zu bleiben, auch wenn ich eine ganze Weile wohl ziemlich alleine an Bord hausen werde. Ein paar Freunde ankern ringsum und ich mache mir derzeit zumindest über mich nicht so viele Gedanken. Mehr sorge ich mich um Freunde und Familie daheim. Bitte passt auf Euch auf und bleibt zuhause!

Die weltweite Situation hat uns alle überrollt und sie ist besonders erschreckend, da wir nicht absehen können, wie weitreichend die Konsequenzen sein werden.
Besonders trifft es mich, dass unser Hilfsprojekt in Haiti in diesem Jahr durch Corona nicht stattfinden kann. Da gehen lange Vorbereitungen den Bach runter und ich kann nur hoffen, dass wir im kommenden Jahr (Februar 2021) dann besser helfen können, denn gerade in diesen Krisenzeiten hat Haiti Hilfe bitter nötig!

Für alle die jetzt lieber gedanklich auf Reisen gehen gibts HIER eine Menge neuer, frischer Fotos in der Galerie!

Hilfsprojekt Dominica

Gerade weil Hilfe für Haiti in diesem Jahr nicht stattfinden kann, bin ich besonders froh, dass wir immerhin die Kinder in Dominica ein wenig unterstützen konnten. Nach der Verzögerung in Martinique, wo wegen Karnevals meine neue Rollanlage und auch ein neues Vorstag erst Tage später eingebaut wurden, bin ich Ende Februar schnurstracks und ohne Crew nach Norden gesegelt. Zuvor hatte ich mit Joana und Andy Bamba konferiert. Die Beiden liegen mit ihrem Kat „Bamba Maru“ schon länger in Portsmouth, Dominica.  Und sie haben mir bereits in Haiti geholfen Güter anzuliefern, als ich ohne Schiff in Deutschland saß. Mit ihrer Aktion „Sail for a Smile“ haben sie auch für das Hurricane geplagte Dominica schon viel Hilfe geleistet und mir geholfen herauszufinden was dort am meisten gebraucht wird. Vor allem Sportequipment für die Schulen, hiess es. Also habe ich Decathlon in Martinique "geplündert" und dazu noch Mal-Utensilien und Bauklötze im Spielzeugladen gekauft.
In der Kürze der Zeit war nur ein kleiner Beitrag möglich, aber gemeinsam mit Joana und Andy habe ich dann nach Ankunft erstmal dem Zoll erklärt, warum ich so viele Fußbälle an Bord habe... und anschliessend die Schulen besucht. Mit Volleybällen, Basketbällen Tischtennisschlägern und  eben Fußbällen haben wir ein bisschen zum erfolgreichen Sportunterricht beitragen können. Auch ein finanzieller Beitrag von Island Child Care für die Schulküche, durch die Kinder eine Mahlzeit erhalten, die ohne Frühstück ankommen, wurde freudig entgegen genommen. Andy und Joana haben berichtet wie sie in Schulen Fensterrahmen und Dächer repariert und die Schulküche renoviert haben, damit der Schulbetrieb nach dem Hurricane wieder aufgenommen werden konnte. Was die Beiden da geschafft haben, ist großartig und ein Ansporn für alle Segler etwas beizusteuern!

Was war vor der Krise noch los?

Der Weg um erst einmal in die Karibik zu kommen führte im November / Dezember mit der ARC (Atlantic Rally for Cruisers) von Gran Canaria über den goßen Teich. Es war die erste Ozeanpassage für Moana und auch die meisten ihrer Crew! Nach fast 3000 anspruchsvollen Seemeilen und 19 Tagen sind wir Mitte Dezember  heil und glücklich und ohne größere Schwierigkeiten in St. Lucia angekommen.

Mein Artikel  über die ARC erschien gerade in der YACHT, Heft 6.
https://www.yacht.de/magazin/heft_info/das-grosse-spezial-fuer-langfahrtsegler/a124169.html

Der neue Parasailor und auch der Watermaker haben sich mittlerweile bestens bewährt und ab sofort sollte eigentlich alles ruhiger werden. Bis der Virus die Welt in Beschlag nahm, standen daher noch schöne Törns im südlichen Antillenbogen auf dem Programm (siehe Fotogalerie). Mit dabei war auch Sebastian Kosog, der als Gewinner der Fernwehkampagne an Bord kam.
Hier in Antigua haben mich dann noch ein paar Jungs von der Topaz Crew an Bord besucht, bevor die Superyacht Challenge startete und mit dem schrecklichen Crash gleich wieder endete. Wir waren zu dem Zeitpunkt nur ein paar Meilen entfernt, haben das Unglück aber nicht beobachtet und ich hoffe sehr, dass alle bald wieder gesund sind!

Mir erscheint es derzeit total unwirklich, worüber wir uns noch vor wenigen  Tagen Sorgen gemacht haben und was nun so schnell in den Hintergrund rückt. 

Wie geht es jetzt weiter?

Was in den kommenden Wochen und Monaten geschieht ist nicht wirklich absehbar. Klar ist, dass meine nächste Crew nicht anreisen kann und wir versuchen gebuchte Törns zu verschieben. Leider steht derzeit der gesamte Törnplan auf unsicheren Beinen. Auch meine Planung für 2021 bleibt momentan "on hold".

Im Moment arbeiten alle Reisebüros, Fluglinien und auch Magsail/Catharina rund um die Uhr und sind vollständig am Anschlag. Die Priorität liegt jetzt in der Rückholung von Seglern. Wir bitten daher momentan Anrufe - die gebuchte, in der Zukunft liegende Törns betreffen - zu verschieben. Ich selbst bin hier telefonisch leider nicht erreichbar, da meine SIM keinen Empfang hat, das Internet funktioniert aber noch.

Wir möchten gemeinsam Lösungen erarbeiten um gebuchte Törns zu verschieben, wenn es nötig werden sollte. Erst einmal aber heisst es, etwas Geduld zu bewahren und abzuwarten.

Ich wünsche mir, dass wir alle gesund bleiben und diese schwierige Situation, die von uns allen viel Verständnis, Solidarität und Nerven erfordert, heil überstehen. Und ich hoffe sehr, dass die auch für mich unweigerlich enormen finanziellen Einbußen irgendwie aufzufangen sind und ich das Moana-Projekt retten kann…

Bitte bleibt gesund und munter und lasst uns gemeinsam alle Daumen drücken!

Ich wünsche uns allen noch viele schöne, gemeinsame Törns!

Aloha,
Mareike

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