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magsail  - newsletter von Mareike Guhr

 

Liebe Mitsegler, Freunde und Interessierte!

Kaum zu glauben, es ist erst Jahr her - na gut ein Jahr und einen Monat….dass Moana und ich in Griechenland losgesegelt sind - es kommt mir vor als wäre Athen Lichtjahre entfernt. Soviel ist in der Zwischenzeit passiert. Schönes und Schwieriges.  
Wir haben in diesem ersten Jahr etwa 7500 Seemeilen im Heckwasser gelassen - mit ingesamt 56 tollen Mitseglern. Davon waren 34 Frauen, 20 Männer und zwei Kinder. Einige sind bereits auf mehreren Törns im ersten Jahr dabei gewesen. 
Gemeinsam haben wir schöne Seemeilen mit Delphinbegleitung zu sonnigen Mittelmeerinseln, rauhe Atlantikmeilen über den großen Teich in die Tropen, ganz besondere Begegnungen mit den Menschen an Land und auf anderen Booten und immer wieder atemberaubende Sonnenuntergänge und fantastische Ankerbuchten erlebt.
Für mich gab es zudem auch mehr als genug Stress und viel unerwartete zusätzliche Arbeit, Sorgen und graue Haare im ersten Jahr. Ich denke da nur an den Verlust des Backbord-Kiels in den Balearen….Aber Moana ist in diesem Jahr immer schöner geworden, sie geniesst es die Welt zu sehen und auch ich freue mich, endlich wieder auf dem Wasser zu leben.
Für alle die Moana noch nicht kennen, oder sich gerade jetzt wieder an Bord beamen wollen, habe ich ein kleines VIDEO erstellt. 

Viel Spass beim Träumen: Hier ist das MOANA -Video!

Ein aussergewöhnliches Frühjahr

Wer hätte gedacht, dass sich die ganze Welt einmal vollständig auf den Kopf stellen würde? Corona kam zumindest für mich komplett überraschend und hat alle meine Pläne für 2020 über den Haufen geworfen. Denn fast drei Monate habe ich nun bereits ohne Crew in Antigua vor Anker verbracht. Ich bin hier ein paar Meilen in die nächste Bucht und dann dort ein paar Meilen in die nächste Bucht gefahren und habe mich somit praktisch im Kreis gedreht. Keine Flugzeuge am Himmel und somit keine Mitsegler. Das war in den ersten Wochen ganz erholsam, habe ich doch sonst immer viel um die Ohren an Bord. Aber nach 3 Wochen ohne jegliche Sozialkontakte und mit der Aussicht auf noch viele weitere solcher Wochen wurde es zäh. Nicht dass es an irgendetwas hier fehlen würde und ich kann gut alleine sein, aber so ganz ohne andere Menschen ist das Leben verdammt leer. Denn außer ein paar Funkrunden und ein paar Telefonaten nach Hause gab's keinerlei Treffen. In Jolly Harbour wurde der Sundowner-per-Funk eingeführt: jeder erzählte was an Bord den Tag über so gemacht und geschafft wurde und natürlich was im abendlichen Glas schwappte und dann gab es ein reihum organisiertes Quiz zur Unterhaltung.

Die Schildkröte trinkt Milch?

Zwar war mir während des langen Lockdowns nie langweilig, es gab immer genug zu tun: fast alle liegen gebliebenen Emails beantworten, Fotos sortieren, Luken neu abdichten, Ölwechsel, Unterwasserschiff schrubben und und und - aber damit eine solche Isolation auch etwas Gutes hat, habe ich angefangen Spanisch zu lernen. Jeden Tag ein halbes Stündchen. La Tortuga bebe leche - die Schildkröte trinkt Milch. Es mag nicht immer sinnvoll sein, was Duolingo mir da vorschlägt, aber einen täglichen Lernerfolg zu verzeichnen ist in diesen Zeiten sehr motivierend! Und beim Schnorcheln gab's dann auch echte Schildkröten zu sehen. Wir hatten es vergleichsweise gut in Antigua, durften schwimmen, schnorcheln, sogar mit dem SUP unterwegs sein. Nur halt nicht an Land, an den Strand oder zu anderen "Haushalten", sprich Schiffen.
Nach sechs Wochen totalem Lockdown sind dann zumindest auch Strandbesuche und vorsichtiger Austausch unter Nachbarbooten wieder möglich geworden und ich habe mich sehr gefreut die Gesichter hinter den Stimmen am Funkgerät kennenzulernen. Auf jeden Fall hat es die Gemeinde an Seglern extrem zusammengeschweißt, gemeinsam und doch einsam den Virus zu überstehen. Übrigens gab es in Antigua sehr wenige Corona-Fälle.

Der Lockdown in der Bildergalerie: Natur pur!

Nun tut sich etwas

In Europa scheint das Leben sich wieder zu normalisieren und ganz langsam gibt es jetzt auch hier erste Lockerungen und Ausnahmeregelungen andere Inseln bzw. Länder wieder anzusteuern. Praktisch immer mit der Auflage dort dann zwei Wochen in Quarantäne auf dem Boot zu verbringen bevor der erste Landgang möglich ist. Ein gemütliches Inselhüpfen schließt das derzeit noch aus. Dennoch wurde es Zeit, die gastliche Insel zu verlassen, denn Antigua liegt mitten im Hurricane Gebiet. Der ursprüngliche Plan die Ostküste bis nach New York zu segeln ist gestrichen. Erstens will derzeit kein vernünftiger Mensch in das besonders gebeutelte New York und auch sonst ist die USA als Reiseland momentan von keinem meiner Gesprächspartner als besonders attraktiv eingestuft worden. Zum zweiten hat Trump die Einreise aus Europa untersagt und drittens kann ich auf dem Weg dorthin praktisch keinen Zwischenstopp einlegen, da alle Grenzen noch dicht sind.  Der lange Weg (1500 Seemeilen) dort hoch macht für mich seemannschaftlich keinen Sinn, da ich solo unterwegs bin.

Also habe ich mich auf den Süden konzentriert, einen Antrag gestellt und vor zwei Wochen ging dann ein Seufzer der Erleichterung durch die Seglerszene, denn Grenada hat endlich die Einreiseerlaubnis für registrierte Yachten vergeben (natürlich ist dort trotzdem die Quarantäne zu durchlaufen, aber immerhin kann die an Bord verbracht werden und nicht, wie im ebenfalls ins Auge gefassten Curacao, wo die Quarantänezeit in einem teuren Hotel verbracht werden muss).
Ich bin vergangenen Sonntag / Montag zunächst den halben Weg (180 Seemeilen) nach Süden - nach Martinique - gesegelt und verbringe hier nun erstmal wieder 14 Tage Quarantäne.  Die Franzosen müssen Europäern Schutz gewähren, aber dennoch war es ein langer Genehmigungsprozess, wenigstens diese Insel schon einmal anlaufen zu dürfen. Aber anschließend kann ich hier noch ein paar Arbeiten am Schiff durchführen und Einkäufe erledigen (beste Einkaufsmöglichkeiten im Umkreis von 1000 Meilen) bevor es weiter nach Süden geht. In Grenada erwartet mich dann die nächste Quarantäne. Warum ich nicht gleich nach Grenada gesegelt bin? Weil ich erst für den 24. Juni eine Einreiseerlaubnis bekommen habe. Die haben das dort alles sehr organisiert aufgezogen und viele Yachten sind derzeit wohl geordnet nach Terminvergabe auf dem Weg nach Grenada. Und warum ich nicht solange in Antigua geblieben bin? Es wird langsam Zeit den Haupt-Hurricane-Bereich zu verlassen.

 

Wie geht es weiter?

Ab Ende Juli möchte ich in Grenada und Carriacou, vielleicht sogar rund um Tobago oder in den Grenadines schöne kleine Törns am Rande der Hurricane-Zone machen. Wenn denn wieder Flüge möglich sind. Ich werde also für alle Reisehungrigen auch im Sommer ein paar kleine exklusive Törns für flexible Segler anbieten und kann es gar nicht erwarten Euch wieder an Bord zu begrüßen. Ganz besonders freue ich mich über alle die mir treu geblieben sind und ihre gebuchten Törns nun hoffentlich bald nachholen können. Vielen Dank für Euer Vertrauen!
Ab November rechne ich fest damit dass alle Flüge wieder möglich sind und wir eine frische neue Karibik-Saison starten können. Inklusive einem lang geplanten Hilfsprojekt in Haiti geht es dann zu den schönsten Inseln der Karibik und endlich auch in die Bahamas, bevor wir den zweiten Versuch starten im Sommer 2021 die US Ostküste zu erkunden.
Damit ich nach diesen vielen Hindernissen und heftigen finanziellen Rückschlägen das Projekt weiterführen kann und Moana nicht verkaufen muss, brauche ich Eure Hilfe jetzt besonders dringend und hoffe dass Ihr Lust habt an Bord zu kommen um gemeinsam mit mir traumhafte Törns zu segeln. Natürlich unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen.

Der Törnplan ist fast fertig! Stay tuned auf www.magsail.de

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sommeranfang

und schicke viele karibische Grüße von Bord!

Aloha,

Mareike

www.magsail.de
 

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