Copy
Sollte der Newsletter nicht richtig dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.

Guten Tag <<Vorname (Optional)>> <<Nachname (Optional)>>,

ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass es in Minden mit den Baustellen nicht gerade optimal läuft? Ehrlich gesagt habe ich keinen tieferen Einblick in andere Kommunen ähnlicher Größe und es wäre deshalb vermessen, wenn ich mich auf den Satz einschösse, in Minden laufe es besonders schlecht. Womöglich ist es anderswo auch nicht besser.

Doch lassen wir den Vergleich und konzentrieren uns rein auf die Gegebenheiten vor Ort. Denn, ganz ehrlich, selbst wenn es anderswo genauso oder noch schleppender laufen würde, wäre das kein Grund, sich auszuruhen. Nach dem Motto: Bei denen klappt’s auch nicht, also was soll’s… Nein, die Stadt Minden hat einige Hausaufgaben zu machen und es muss nicht nur die Frage erlaubt sein, wo es hakt. Sondern die Verantwortlichen sollten auf die ehrlich bemühte Suche nach einer Antwort gehen. Allein innerhalb der vergangenen 16 Tage hat das MT auf drei Baustellen in Minden hingewiesen, wo es nicht so gelaufen ist, wie es hätte laufen sollen, wo es wahlweise zu Zeitverzögerungen kommt oder teurer wird als kalkuliert.

Der erste Fall war am 19. Januar die Nordbrücke (zum MT-Bericht). Deren Belag wurde bereits im Jahr 2019 erneuert, die Arbeiten waren im Herbst des Jahres fertig. Nach solchen Arbeiten sollte sich eigentlich besser über den Asphalt rollen lassen, flüssiger, leichter. Das glatte Gegenteil ist der Fall. Wer über die Brücke fährt, spürt die Bodenwellen, es ruckelt und holpert. Hieß auf die ersten Beschwerden im Jahr 2019 zuerst, die Situation werde sich schon noch verbessern (nach dem Motto: Fährt sich schon fest…), ist davon nun keine Rede mehr. Auch Nachbesserungen soll es nicht geben.

Es wird also auf Jahre hin dabei bleiben, dass Bürger im Auto sitzend bei jeder Fahrt an die Unfähigkeit der Straßenbaufirma erinnert werden, eine Straße zu bauen. Und an die interessante Entscheidung der Stadt, keine Nachbesserungen von eben jener Firma zu fordern, sondern sich mit einer Preisreduzierung zufrieden zugeben. Bei aller Sympathie für Steuergeldeinsparungen war das nicht im Interesse der Bürger und auch nicht im Interesse gewinnender Kommunikation für das Handeln der Stadt.
Von der Kostensteigerung im Sommerbad war am 3. Februar im MT zu lesen (zum MT-Artikel). Lobenswerterweise hat die Stadt respektive die Mindener Bäder GmbH dort entschiedener durchgegriffen und eine Baufirma, die offenbar nicht minder unfähig war als die im ersten Fall Genannte, von den Bauarbeiten abgezogen. Bauzeiten wurden nicht eingehalten und seitens des Unternehmens versucht, die Arbeiten auszuweiten. Derzeit läuft es darauf hinaus, dass man sich vor Gericht wieder sieht. Die Frage ist allerdings: Warum gerät die Stadt offenbar regelmäßig an Firmen, die nicht sauber arbeiten? Lässt sich daran arbeiten, dass das anders wird? Und dann die Baukostensteigerung: Statt zunächst veranschlagter 2,4 Millionen Euro (davon knapp 2,2 Millionen Euro Förderung) liegen die Kosten nun bei 3,3 Millionen Euro. Die Differenz trifft die Stadt – 650.000 Euro kommen direkt von ihr, 250.000 Euro von der Mindener Bäder GmbH, die als Beteiligungsunternehmen der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW), ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt, aber letztlich auch die Stadt trifft. Erneut stellt sich die Frage: Ist es möglich, genauer zu kalkulieren? Ja, es kam offenbar beispielsweise das Rohrsystem des Nichtschwimmerbeckens hinzu. Trotzdem: Es wäre den Bürgern leichter zu vermitteln, wenn zwischen kalkulierten und tatsächlichen Kosten nicht regelmäßig Steigerungsraten von – wie in diesem Fall – 50 Prozent lägen.

Und schließlich: Das Drama um die Kreuzung Marienstraße/Ringstraße (zum MT-Bericht). Ja, auch das lässt sich alles erklären. Es gibt zum Beispiel Abstimmungsbedarf zwischen Stadt und Mindener Kreisbahnen (MKB), weil die Ampelanlage der Kreuzung und die Signalanlage der Bahnstrecke miteinander gekoppelt sind. Damit gibt es seit Jahren Probleme. Aber bei allen Schwierigkeiten: Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass Stadt und MKB das Thema mit Hochdruck angegangen sind. Genau das sollte aber geschehen, denn die Botschaft an tausende Bürger, die wöchentlich über diese Kreuzung müssen, ist: Es läuft nicht – und trotzdem passiert nichts...

Wie sehen Sie das? Antworten Sie gerne per Mail auf diesen Newsletter.
 
Und weil in einem der zurückliegenden Newsletter vom US-Megaunternehmen Amazon und seinen Praktiken die Rede war, möchte ich Ihnen gerne noch einen Text vom Spiegel empfehlen (zum Spiegel-Artikel). Während das Unternehmen gerade in Corona boomt und boomt, drückte es sich bisher davor, seinen Fahrern die Trinkgelder auszuzahlen. Abstoßend! Und ein Grund mehr, eine Kooperation zwischen der Firma und dem Gymnasium in Petershagen kritisch zu sehen (MT-Bericht dazu).

So erlebten Newsletter-Leser die Impfterminvergabe

Es gab viele Reaktionen auf die Frage im letzten Newsletter, wie Sie die Terminvergabe erlebt haben. Spannend war, dass die Antworten nicht nur in eine Richtung gingen. Es zeigte sich ein bunt gemischtes Bild.

Das finde ich besonders wertvoll, weil genau das doch die Aufgabe des Journalismus ist: Das ganze Bild zeigen oder möglichst viel davon – mit allen Schattierungen. Da gehört Ärger dazu, aber eben auch Zufriedenheit – und vieles, das irgendwo dazwischen liegt. Die Darstellung des Lebens lässt sich nicht in Schwarz oder Weiß erledigen. Oft sind es die Grautöne, die dominieren. Kritik ist im Journalismus dringend erforderlich. Missstände müssen beim Namen genannt werden. Aber das ist nicht alles. Es ist kein Journalismus, wenn es nur ätzend ist, nur schwarz, nur kritisch. Das wäre einseitig und es liegt die Gefahr darin, dass sich falsche Wahrnehmungen der Realität daraus ergeben. Vielleicht kennen Sie das bekannte Beispiel: Von dem einen Flugzeug, das abstürzt, hören alle – von den tausend Flugzeugen, die sicher landen, ist nichts zu hören. Wenn aber nur die Katastrophen im Fokus stehen, kann sich der Eindruck ergeben, dass die Welt aus lauter Dingen besteht, die schiefgehen. Es ist also gut, wenn Journalisten beides tun: Missstände benennen, aber auch sagen, wo es gut läuft.

Beim Thema Impfen waren die Reaktionen jedenfalls gespalten (und ja, es gab eine Schlagseite zu negativen Rückmeldungen). Gerhard Prieß aus Minden schrieb: „Ich bin fast 82 Jahre alt, blind (mit geringer Restsehkraft) und hochgradig schwerhörig. Trotz dieser enormen Behinderungen ist es mir gelungen, erfolgreich zwei Termine zu buchen.“ Nach kurzer Wartezeit habe er eine Mitarbeiterin erreicht, die Datenaufnahme sei wegen seiner Hörproblematik schwierig, aber schließlich erfolgreich gewesen. Eine Bestätigung habe er per zwei Mails erhalten, bereits am 8. Februar soll Herr Prieß seine erste, drei Wochen später die zweite Impfung erhalten. Er findet auch die Schilderung solcher positiven Erlebnisse bei der Terminvergabe wichtig, denn: „Es hilft keinem, wenn die Bevölkerung verunsichert wird.“

Ähnlich hat es auch Gregor Wundes aus Porta erlebt: „Gleich am Montag habe ich für meine Frau online beide Impftermine buchen können. Nach zwei vergeblichen Versuchen hat es dann gegen 18 Uhr geklappt. Die beiden ersten Termine, die ich ausgesucht hatte, stellten sich als vergeben heraus. Da habe ich einen Termin einen Tag später gewählt und bin auf Anhieb für zwei Termine registriert worden. Das ganze Procedere hat circa 15 Minuten gedauert. Es war zu erwarten, dass es etwas eng werden würde, weil sofort alle zugreifen wollen. In meinen Augen ging alles ganz stressfrei über die Bühne.“
Herr Wundes fragte dann noch, ob seine Schilderung denn überhaupt relevant sein, denn es gelte ja bei den Medien bekanntlich der Grundsatz, dass nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind. Ehrlich gesagt: Diesen Satz hasse ich. Nein, gerade in der Berichterstattung über das Leben vor Ort ist es überhaupt nicht so. Ja, es gibt einiges zu berichten, dass schlecht ist. Dazu gehören, wie eingangs beschrieben, Baukostensteigerungen, die Gutachten-Affäre des Mindener Bürgermeisters, das Verschwinden einer Frau in Hille und viele Dinge mehr. Wir wollen und sollen uns nicht davor drücken, diese Ereignisse zu beschreiben. Aber es gibt auch die andere Seite des Lebens, die wir nicht weniger gerne beschreiben. Das Corona-Infektionsgeschehen beruhigt sich, eine Frau aus Hille ist mit einer Alpaka-Herde in ein neues Geschäftsmodell gestartet, in Porta hat es seltene archäologische Funde gegeben und eine Frau aus Porta war beim Deutschen Rock-Preis erfolgreich – um nur einige positive Dinge der vergangenen Tage zu nennen. Und diese inspirierenden Entwicklungen sind nicht minder wert, geschildert zu werden!

Doch es gab auch Menschen, die sich über den Start der Impfterminvergabe schwer geärgert haben. Und auch die sollen hier zu Wort kommen.

Werner Speckhaus aus Minden schrieb: „Die Unzulänglichkeiten der von Ihnen angesprochenen Corona-Impfaktion werden immer deutlicher. Mir stellen sich vor allem zwei Fragen: 1. Warum hat man zur Terminvergabe nicht auf vorhandene, funktionierende Software zurückgegriffen? Zum Beispiel wie sie die Eventkartenverkäufer verwenden? Da können Sie für sämtliche Veranstaltungsorte und -termine freie Plätze suchen und Karten bestellen, und das für viele Bands oder Einzelauftritte zeitgleich. Der Software ist es gleich, ob sie Heino-Karten oder Impftermine verarbeitet.

2. Warum wurden die Lieferverträge mit den Impfstoffherstellern so stümperhaft verhandelt? Immer wieder hört und liest man, dass die Politik auf externes Wissen zurückgreifen muss, um Verträge wasserdicht zu machen. Wieso ist das hier nicht geschehen? Jeder Profi hätte die Lieferverträge klar gegliedert in Vertragsgegenstand mit zugesicherten Eigenschaften, Liefermenge, Lieferzeit und -ganz wichtig - Pönale, also Vertragsstrafe bei Nichterfüllung. Stattdessen gab man sich mit Zusagen wie ,baldmöglichst‘ zufrieden.“


Und Peter Herold aus Minden schreibt: „Ganz schlecht ist die Art und Weise der Impfterminierung (ob über Telefon oder per Internet) gelaufen. Obwohl mir als relativ gesunder 81-Jähriger es bestimmt nichts ausmacht, wenn ich vielleicht bei der erneuten Freischaltung – denn momentan kann man wegen fehlendem Impfstoff nicht terminieren – mal an die Reihe komme, war die Sache zum Scheitern verurteilt! Man musste schon viel Glück haben, um zwei Termine zu erhalten und zusätzlich noch bestätigt bekommen. Meines Erachtens hätte es mit anderen Vorgaben besser laufen können. Dafür gibt bessere Programme!“

Eine Zwischenposition vertreten Karin und Wilhelm Riecke: „Das System der Terminvergabe ist sicherlich ausbaufähig, aber wir haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass nun am ersten Tag der Terminvergabe ,jeder‘ glaubte, für sich oder seine betagten Angehörigen sofort und möglichst ohne Wartezeit entsprechende Termine zu bekommen. Man geht doch auch, besonders in der jetzigen Zeit, nicht ohne Notfall am Montagmorgen zum Arzt! Die Impfstoffe sind rasend schnell entwickelt worden und nun sollte man doch auch noch etwas Geduld aufbringen können.“

Herzlichen Dank jedenfalls für Ihre vielen Zuschriften, die es ermöglicht haben, ein vielschichtiges Bild von der Situation zu bekommen.

Was in den nächsten Tagen wichtig wird

Jutta Niemann ist als Geschäftsführerin der Biologischen Station Minden-Lübbecke ausgeschieden, Dirk Esplör ist ihr Nachfolger. Wie schaut sie zurück und er nach vorn? Redakteurin Claudia Hyna hat die beiden zum Doppelinterview getroffen.
 
Anfang Januar startete an der Portastraße in Minden der Bau einer Container-Büroanlage, um dem eklatanten Platzmangel im Kreishaus entgegenzuwirken. Vor allem der Pandemie-Stab der Verwaltung soll dort untergebracht werden. Mittlerweile sind die neuen Räumlichkeiten fertig – wir schauen uns darin um.
 
Die Pläne für einen Neubau der Unternehmenszentrale der Edeka Minden-Hannover bestehen schon länger. Jetzt nimmt das Projekt auf dem Gelände an der Wittelsbacher Alle Formen an: Die Bagger sind angerückt, um die alten Gebäude abzureißen. Bis Ende Mai soll hier Platz für Neues entstehen. Redakteurin Anja Peper hat sich vor Ort umgesehen.
 
Am 8. Februar gehen in NRW die Impfzentren an den Start, für den Kreis Minden Lübbecke ist es in Unterlübbe (zum MT-Bericht). Doch wenn das Impfzentrum weit und der Nahverkehr dünn ist – wie sollen die Senioren dorthin kommen? Inzwischen gibt es einige Initiativen: Der Bürgerbus Hille zum Beispiel fährt das Impfzentrum direkt an, in Kutenhausen organisiert der Ortsbürgermeister mit einigen Freiwilligen die Fahrten für über 80-Jährige, die keine Möglichkeit haben, selbst oder mit Unterstützung aus ihrem Umfeld dorthin zu fahren. Und was ist mit flächendeckenden Lösungen? Wir fragen nach.
 
In Petershagen besuchen wir einen Orgelbauer, der in seiner Werkstatt gerade eine komplette Kirchenorgel aufbaut, um sie danach wieder zu zerlegen und in einer Kirche in Kassel erneut zum Klingen zu bringen.
 
Petershagens Bürgermeister Dirk Breves (CDU) ist seit hundert Tagen im Amt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie seine erste Bilanz ausfällt.
 
Die Schwingtür geht auf – und schon sind die Bilder von durchfeierten Nächten wieder da. Wir haben einen Besichtigungstermin in der ehemaligen Diskothek Lindenhof bekommen und haben in Erinnerungen geschwelgt. Wie sieht es heute dort aus? Wie riecht es? Und was erinnert noch an wilde Partynächte?
 
Die Stadt Porta Westfalica ist ordentlich in Bewegung. An vielen Orten soll die Stadt weiterentwickelt werden. Für den Kaiserhof gibt es Pläne, für das Berghotel jetzt auch. Bei Grohe wird gebuddelt, das Gewerbegebiet Holtrup soll erweitert werden und der Große Weserbogen hat einen neuen Besitzer, der schon einiges angepackt hat. Doch was ist mit dem ehemaligen Kraftwerk? Was würde eine ICE-Trasse für die Stadtentwicklung bedeuten? Und was ist mit den abgelegeneren Orten? Redakteur Thomas Lieske wirft einen Blick aufs große Ganze.
 
Am Samstag geht es wieder los: Die Handball-Bundesliga startet in den zweiten Saisonteil. Und der hat es in sich. Zwölf von 38 Spielen hat GWD Minden bis zur Winterpause absolviert, bis zum Saisonschluss Ende Juli steht ein strammes Programm an. Da darf nicht mehr viel schiefgehen, sonst wird die Liga nicht alle Spiele schaffen und es wird wieder eine Ersatzwertung nach der Quotientenregel geben müssen. Davon gehen ohnehin die meisten Liga-Manager aus. Umso wichtiger ist ein guter Start in den zweiten Saisonabschnitt. GWD trifft in Lübbecke auf die HBW Balingen-Weilstetten – einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.
 
Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen, die die Regierung zu deren Eindämmung beschlossen hat, haben Auswirkungen, die auf den ersten Blick kaum zu sehen sind. Eine Konsequenz hat MT-Sportredakteur Thomas Kühlmann entdeckt: Es finden keine Schwimmkurse statt. Welche Folgen hat das?

Bis nächste Woche
Ihr Benjamin Piel


Sollte bis dahin etwas sein, schreiben Sie mir gerne eine Mail an postvonpiel@mt.de
 

Themen der Woche

MT-Serien

Folgen Sie uns

Facebook Facebook
Twitter Twitter
YouTube YouTube
Instagram Instagram
SoundCloud SoundCloud
Copyright © 2021 Mindener Tageblatt

Bruns Verlags-GmbH & Co. KG
Obermarktstr. 26-30
32423 Minden
Telefon: 0571- 882 0

E-Mail: postvonpiel@mt.de

Unternehmenssitz: Minden
Registergericht: Bad Oeynhausen HRA 9585

Pers. haftende Gesellschafterin:
Bruns Verlags-Beteiligungs-GmbH, Minden
Registergericht: Bad Oeynhausen HRB 16495
Geschäftsführer: Sven Thomas, Carsten Lohmann


Sie möchten keine weitere Post von Piel erhalten? Klicken Sie bitte hier.