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so gerne würde ich an eine gute Entwicklung der Mindener Obermarktpassage glauben. Und es ist ja auch durchaus hoffnungsvoll, dass sich ein Investor gefunden hat, der bereits dabei ist, Teile seiner Pläne umzusetzen. Aber es bleibt ein Bauchgrummeln, von dem ich mich frage, ob es sich in absehbarer Zeit noch einmal zu einem ausgewachsenen Schmerz entwickeln wird.

Da ist zunächst die ungewöhnliche Ausgangslage. Ein Einkaufszentrum, das seit Jahren brachliegt, ist nichts, wonach sich die meisten Investoren die Finger lecken. Denn es braucht viel Erfahrung, Wissen und Ideen, um dem totgeglaubten Objekt neues Leben einzuhauchen. So ein Projekt ist eher in der Champions League als in der Kreisklasse der immobilientechnischen Herausforderungen angesiedelt. Schnelle Erfolge sind beinahe auszuschließen, zahlreiche Risiken des Scheiterns dagegen einzuplanen.

Doch ausgerechnet Obermarktpassage-Investor Robert Maier und sein Unternehmen, die AIM Center GmbH mit Sitz in einem Passauer Privathaus-Gebiet, wirken nicht, als strotzten sie vor Erfahrung in diesem Bereich. Dicht ist dagegen das Geflecht der Firmen, deren Geschäftsführer Maier ist. Ob „AIM Parkhaus 24 GmbH“, „AIM Property Management GmbH“, BES Berlin Realestate GmbH“, „Delta ES International Holding GmbH & Co. KG“, „AIM Project 50 GmbH“ oder einige Unternehmungen mehr  (mehr dazu hier) – es kommt einiges zusammen. Auch eine Gemeinsamkeit: Viel finden lässt sich über die Firmen nicht. Und noch etwas nährt das Bauchgrummeln: In Straubing stellte Maier 2018 Pläne für den Umbau eines großen Gebäudes am Steiner-Thor-Platz vor. Noch heute ist das auf einer Internetseite zu sehen: www.besrealestate.de. In der bayerischen Stadt sollte auch ein Hotel entstehen und alles gut werden mit dem alten Objekt (Bericht vom Straubiger Tageblatt). Es wurde nichts daraus, eine andere Firma erwarb die Erbbaurechte, Maier ward offenbar nicht mehr gesehen. Und wer ihn danach fragt, bekommt keine Antwort, konkreter: das MT bekam keine.

Nun hat sich zumindest mein Grummeln noch einmal verstärkt. Denn Maier hat sich ein neues Projekt an Land gezogen. Besser gesagt: fünf. Er investiert im Schwimmbadbereich. Das ist zwar ein hochdiffiziles Geschäft, das nur schwer in die Gewinnzone zu führen ist und in dem Maier nach eigenem Bekunden noch gar keine Erfahrung hat. Doch sehr optimistisch ist er trotzdem. Und er denkt nicht klein, sondern im ganz großen Stil. Er hat die AIM Spa Deutschland Betreiber GmbH gegründet und einen großen Teil der während der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geratenen Inter SPA Gruppe aus Stuttgart übernommen. Es geht um fünf Schwimmbäder, die Maier zurück in die schwarzen Zahlen führen will.
So visualisiert die AIM Center GmbH das Innere der umgebauten Obermarktpassage. Grafik: AIM Center GmbH

Wie in Minden hört sich auch beispielsweise in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) alles sehr gut an, beinahe traumhaft. Zwar ist das Wonnemar-Schwimmbad seit vielen Wochen im Lockdown geschlossen und die Zukunft war lange ungewiss. Doch Maier verspricht, alle mehr als 100 Mitarbeiter übernehmen, neuen Schwung ins Bad bringen und dieses sowie das angrenzende Hotel sogar noch erweitern zu wollen (hier im Interview zu hören). Die Stadt Wismar selbst ist bisher zwar skeptisch und hat sich noch nicht zur notwendigen Zusammenarbeit durchgerungen.

Doch Maier wirkt nicht, als kratze es an seiner Stimmungslage. Und das, obwohl die Stadt laut einer AIM-Pressemitteilung „sechsstellige Forderungen“ gegenüber dem Badbetreiber stellt. Kommentar Maier: Ein „guter Teil“ davon sei „unberechtigt“. Und: „Man kann von einem Investor nicht erwarten, dass er alles tut und viel Geld ausgibt, um dann oder praktisch zeitgleich das Bad an die Stadt zurückgeben zu sollen. (…) Wir hoffen nun sehr kurzfristig auf positive Signale der Stadt Wismar uns gegenüber, da sonst Schwierigkeiten vorprogrammiert sind, die sich langfristig hinziehen würden und eine Wiedereröffnung erst einmal langfristig verhindern würden.“ Damit dürfte er vermutlich genug Druck aufbauen, um die Stadt zu einem Umdenken in seinem Sinne bewegen zu können.

Wenn er das alles schafft, ist das ein großartiger Erfolg für den Investor. Dafür wünsche ich ihm von Herzen alles Gute. Mir drängt sich nur die Frage auf: Ist das alles wirklich zu schaffen? Gleichzeitig? Kann ein Mann – ohne Erfahrung in den jeweiligen Bereichen – vielerorts etwas schaffen, zu dem ansonsten niemand in der Lage war? Kann jemand das Unmögliche möglich zu machen? Derzeit bleibt nichts übrig, als diese Fragen zu stellen – und vorerst im Raum stehen zu lassen. 

Steigende Kosten bei der Rathaussanierung

Eine Kleinigkeit möchte ich noch mit Ihnen teilen. Als Chefredakteur habe ich täglich vielfach mit Kundinnen und Kunden, Leserinnen und Lesern zu tun. Das ist ein Vergnügen, denn es gibt ja nichts Spannenderes als Menschen, ihre oft ganz unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven auf das Leben im Allgemeinen –  und unsere Arbeit im Speziellen. Manchmal sind freundliche Worte zu hören oder zu lesen, ständig setzt es aber auch Beschwerden, Kritik und nicht selten auch recht abwertende Bemerkungen. Das ist in Ordnung so, denn Reaktionen sind gut und wichtig als ein Kompass-Aspekt unserer Arbeit.

Auch Hinweise auf Fehler sind sehr willkommen. In dieser Woche hat unser überregionaler Sport behauptet, Borussia Dortmund stehe seit acht Jahren erstmals wieder im DFB-Pokal-Halbfinale. Das war Unsinn, denn der BVB stand zwischen 2014 und 2017 jeweils im Finale – und hatte demzufolge auch im Halbfinale gestanden. Der Hinweis des Lesers war absolut berechtigt und ich habe mich für den Fehler entschuldigt.
Und nun kommt der Punkt, auf den ich hinauswill, nämlich die Antwort des Lesers. Er schrieb: „Alles gut, war kein Vorwurf, einfach zur Kenntnis. Entschuldigung war nicht nötig. Auch Leser können sich an Fehlerkorrekturen beteiligen, ohne als Besserwisser aufzutreten.“ Spontan dachte ich: „Wie herrlich, diese Ruhe!“ Und im zweiten Schritt merkte ich dann, wie sehr diese Gelassenheit oft fehlt.

Was wäre es schön, wenn wir so immer miteinander umgingen, und die Dinge mit Langmut nähmen. Das habe ich mir in dieser Woche anschließend jedenfalls vorgenommen. Und vielleicht ist auf dem Weg dorthin auch Dankbarkeit ein Schlüssel. Darauf bin ich auch durch einen Text von Christopher Littlefield gekommen, einem Experten für Wertschätzung im Kontext Arbeit. Er beschreibt, dass Dankbarkeit erstens glücklich macht und zweitens eine dankbare Grundhaltung kein Zufall ist, sondern sich bewusst herstellen lässt (Bericht im Manager-Magazin).

Was in den nächsten Tagen wichtig wird

Wir blicken zurück auf ein Jahr Corona in Minden-Lübbecke. Am 6. März 2020 wurde der erste Corona-Fall bekannt. Es war ein einschneidendes Jahr – für den Kreis und ganz Deutschland.
 
Schnelles Internet für alle – aber wann? Der erste Spatenstich für den Breitbandausbau im Kreis Minden-Lübbecke war im Oktober 2019. Kurze Zeit später griff die Corona-Pandemie und plötzlich war Distanzunterricht angesagt. Stabile Verbindungen sind Fehlanzeige. Doch verbindliche Zusagen für den Anschluss der Mindener Schulen ans Glasfasernetz fehlen nach wie vor. Vermutlich müssen sie bis Ende 2023 warten. Warum ist das so? Wir haben nachgefragt.
 
Seit August 2019 leitet Sylvia Necker das Preußen-Museum, das für das Publikum geschlossen ist. Hinter den Kulissen hat sie in dieser Zeit eine Menge bewegt. Wir haben uns das mal genauer angesehen.
 
Aushängeschild: Minden-Lübbecke möchte mit drei weiteren Kreisen die Weserlandschaft zu einem touristischen Erlebnisraum entwickeln. Wie sieht der Plan aus?
 
Um in Pandemie-Zeiten der Normalität ein Stück näherzukommen, hat ein Start-up aus Berlin eine neue kostenlose Corona-App entwickelt. „Luca" soll die Kontaktverfolgung für die Gesundheitsämter erleichtern und der Bevölkerung wieder mehr Freiheiten erlauben. So lautet der Plan in der Theorie. Für die Praxis gibt es aber diverse Bedenken. Auch mögliche Profiteure aus Minden sind bislang noch nicht wirklich überzeugt.
 
Während sich die Pandemie in einigen Bereichen nur sporadisch auswirkt, stellt sie einige Branchen und Institutionen völlig auf den Kopf. Dann sind kreative Ansätze und neue Ideen gefragt, damit es weiter gehen kann. Plötzlich wird klar: Vieles geht auch online. Wir haben drei Angebote getestet die es vor der Pandemie so nicht gab und mit den Menschen gesprochen die sie umsetzen.
 
Der mittlerweile langanhaltende Lockdown sorgt bei den Kindern für zunehmende Kurzsichtigkeit. Gerade weil sie mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und zusätzlich digitalen Unterricht haben, fehlt der vernünftige Ausgleich für die Augen. Mindener Augenärzte geben Tipps.
 
Ärztliche Versorgung ist ein großes Thema im ländlichen Petershagen. Jetzt gibt es Planungen eines Ärztehauses an der Hohoffstraße. Das würde zu den ehrgeizigen Plänen der Stadt passen, gerade diesen Bereich an der ehemaligen Grundschule attraktiver zu gestalten.
 
Die Firma Wiese Fahrzeugbau aus Meßlingen zeigt, was man mit Containern so anstellen kann. Das Unternehmen baut ein neues Firmensegment in Vertrieb, Ausbau und Vermietung von Containern auf.
 
Es gibt ein Update zur neuen Saison am Hiller Badesee. Was ist geplant? Bleibt es mit der Gastronomie wie im Vorjahr? Was machen die Wohnmobilplätze und der Bau der Sternwarte? Darauf gibt es Antworten.
 
Im Dezember und Januar hatte ein großer Corona-Ausbruch in der Seniorenresidenz Weserbergland in Hausberge Aufsehen erregt. Insgesamt 30 positive Fälle musste das Gesundheitsamt registrieren. Dazu kamen mehrere Todesfälle. Mit den Auswirkungen dieses Ausbruchs beschäftigt sich mittlerweile das Oberverwaltungsgericht Münster beschäftigen. Es geht um nicht eingehaltene Auflagen.
 
Portas Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach (CDU) ist seit vier Monaten im Amt. In ihrer Zwischenbilanz berichtet sie auch von ersten Veränderungen, die ihr wichtig sind. Die Digitalisierung der Verwaltung gehört dazu.

Bis nächste Woche
Ihr Benjamin Piel


Sollte bis dahin etwas sein, schreiben Sie mir gerne eine Mail an postvonpiel@mt.de
 

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