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Guten Tag <<Vorname (Optional)>> <<Nachname (Optional)>>,

am meisten Freude macht mir die Arbeit, wenn das Wirken der Redaktion positive Auswirkungen auf das Leben der Menschen hat. Wenn sich etwas tut, wo vorher Stillstand war. Wenn sich eine Lösung findet für bisher festgefahrene Situationen. Wenn Bewegung einsetzt, die fast undenkbar erschien. Und ich finde: Wenn das passiert, dann zeigt sich, wie unverzichtbar Journalismus auf der lokalen Ebene ist, der das Leben vor der eigenen Haustür so ernst nimmt wie ein Hauptstadtjournalist ein Interview mit der Bundeskanzlerin.

Im vergangenen Jahr war das beim Keilstück in Minden der Fall. Wieder einmal hatte sich dessen Erschaffer Wilfried Hagebölling verärgert zu Wort gemeldet, dass sein Kunstwerk beschmiert sei (zum MT-Artikel). Die Stadt antwortete, dass dafür kein Geld da sei (zum MT-Artikel). Es ging hin und her und die Worte wurden zumindest vonseiten des Künstlers immer rauer. Irgendwann fragten unsere Kulturredakteurin Ursula Koch und ich uns, ob es eigentlich jemals einen öffentlichen Dialog zwischen Künstler, Stadt und Öffentlichkeit gegeben habe. Hatte es nicht. Wir kamen vor ziemlich genau einem Jahr auf die Idee, dass es viel Sinn ergeben könnte, alle Seiten miteinander ins Gespräch kommen zu lassen und die verschiedenen Standpunkte persönlich auszutauschen – statt nur aus der Ferne. Übrigens: Das ist ein Anliegen, bei dem Lokalmedien in Zukunft stärker gefragt sein könnten. Die Gesellschaft würde davon an vielen Stellen profitieren in einer Zeit des Auseinanderdriftens.

Künstler und Stadt erklärten sich bereit zur öffentlichen Debatte, die Veranstaltung fand am 21. Februar 2020 tatsächlich statt (zum MT-Bericht). Von Corona war damals übrigens schon die Rede, denn etwas mehr als drei Wochen zuvor war der erste Fall in Deutschland aufgetaucht (Bericht der Tagesschau). Allerdings war die Zeit der Verordnungen noch nicht angebrochen und so kamen rund 150 Besucher zu einem emotionalen Gespräch und saßen dicht an dicht. Es ist eine der letzten größeren Veranstaltungen seitdem, an die ich mich erinnern kann. Während der Debatte schlug jemand vor, das Sandstrahlen eine Möglichkeit sein könnte.

Ein paar Monate später war genau dieses Verfahren die Lösung des Problems. Seitdem ist das Keilstück sauber, es strahlt rötlich-rostig und Graffiti hat es seitdem keine mehr gegeben. Mir persönliche hatte das Keilstück mit seien Spuren der Jahrzehnte, in denen man sich an ihm abgearbeitet hatte zwar besser gefallen. Aber das tut erstens nichts zur Sache und zweitens hat das leuchtend-rot-orangefarbene Keilstück auch einiges. So oder so: Es hat sich gelohnt, miteinander zu sprechen.

Nun gibt es wieder so einen Fall, in dem hartnäckiger Lokaljournalismus zu Bewegung in einer Sache geführt hat. Auf dem A2-Autobahnabschnitt, der durch Porta führt, passierte im vergangenen Jahr ein Unfall nach dem nächsten. Einige der Unfälle waren schwer. Am vergangenen Wochenende starb leider ein BMW-Fahrer.

Es wäre ein großer Erfolg, wenn diese Unfallhäufung ein Ende hätte. Sollte es so kommen, hätte auch MT-Redakteur Thomas Lieske daran einen Anteil. Denn er hat den Behörden immer wieder auf den Füßen gestanden und mit seinen Fragen genervt. „Müsste man da nicht genauer hinschauen? Müsste es nicht Konsequenzen geben? Müsste man da nicht eingreifen angesichts der Vielzahl an Unfällen?“ Das fragte er nach so ziemlich jedem Unfall, der sich auf dem Abschnitt ereignete. Er hatte es selbst nicht mehr für möglich gehalten, doch plötzlich beschäftigte sich die Unfallkommission mit dem Thema. Ein erstes Ergebnis: In dem Abschnitt wird das zulässige Tempo innerhalb der kommenden Monate auf 120 gesenkt (zum MT-Artikel). Hoffen wir, dass sich dann weniger Unfälle ereignen!

Auch dieser Fall zeigt: Nachhaken von Lokaljournalisten lohnt sich und wenn dadurch Unfälle vermieden werden können und der Freiwilligen Feuerwehr in Porta tendenziell traumatisierende Bilder erspart bleiben, ist das ein großer Gewinn.

Der Bürgerdialog startet

Und noch ein anderes Portaner Thema bewegt viele Menschen: der mögliche Neubau einer Bahntrasse zwischen Hannover und Bielefeld, die durch das Gebiet der Stadt führen könnte (zum MT-Bericht). Es ist legitim und auch nachvollziehbar, dass Anwohner von möglichen Trassenvarianten (noch ist nicht klar, wo entlang die einmal führen könnten) gegen den Bau sind. Sie fürchten negative Konsequenzen, ein Ende der Ruhe, die Zerschneidung der Landschaft und einen Wertverlust ihrer Grundstücke. Deshalb ist es gut, dass jeder in diesem Land seinen Protest formulieren und offen zum Ausdruck bringen kann.

Allerdings ist der Protest so laut (ein Erfolg der Trassenneubau-Gegner übrigens!), dass die Argumente für den Bau unterzugehen drohen. Der Deutschlandtakt der Bahn hat das Ziel, dass Menschen möglichst zügig von Ballungsraum zu Ballungsraum kommen. Auf der Strecke Berlin-München hat das sehr gut funktioniert. Doppelt so viele Bahnkunden wie zuvor nutzten das Angebot, in unter vier Stunden von Stadt zu Stadt zu kommen (Bericht von ntv). Ziel des Ganzen ist es unter anderem, besonders klimabelastende innerdeutsche Flüge zu reduzieren. Ein Blick auf die Fahrgastzahlen der Bahn zeigt, dass der Kurs funktioniert. 2014 verzeichnete die Bahn 129 Millionen Kunden, 2019 waren es 151 Millionen – eine wichtige Entwicklung, die eine schnellere Verbindung zwischen Berlin und dem Rheinland stärken und die Verkehrswende nach vorne bringen könnte.

Ganz klar: Der mögliche Trassenneubau muss kritisch betrachtet werden, mit allen Vor- und allen Nachteilen auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Machbarkeit. Bei allem recht lauten Protest dagegen dürfen aber auch die Argumente dafür nicht ausgeblendet werden. Sollten Sie sich eingehender mit beiden Seiten der Medaille beschäftigen wollen: Hier gibt es Näheres zum Deutschlandtakt, hier finden Sie Argumente der Neubautrassengegner.

Was in den nächsten Tagen wichtig wird

Zur Einführung der Gelben Tonne in Minden-Lübbecke gibt es weiterhin viele Fragen, die uns Zeitungsleser und MT.de-Nutzer stellen und die wir gerne klären. Wann wird die Gelbe Tonne geleert? Muss ich den Joghurtbecher jetzt auswaschen? Gehören die leeren Verpackungen erst in einen Sack und dann in die Tonne?
 
Wie sprechen die Menschen in Minden? Der Frage geht Arleen Voßmeyer in diesen Wochen nach. Die 24-Jährige schreibt ihre Masterarbeit an der Leibniz-Universität Hannover über die Stadtsprache Mindens. Anja Peper hat mit der Studentin über deren ungewöhnliches Thema gesprochen.
 
Es hakt bei der Digitalisierung der Schulen. Trotz des Drucks durch die Corona-Pandemie geht die Ausstattung von benachteiligten Schülern mit digitalen Endgeräten nur schleppend voran. Durch die angespannte Situation auf dem Elektromarkt sind die iPads für Mindener Schulen noch nicht vollständig geliefert. Es fehlen weiterhin für alle iPads die Tastaturen und Hüllen. Die Hoffnung vieler Schüler und Eltern auf die Unterstützung beim Homeschooling erfüllt sich jetzt im Januar, wo die Schulen geschlossen sind, folglich noch nicht. Was fehlt noch alles und wann wird es besser? Das MT hakt nach.
 
Eines der großen Projekte in Petershagen ist die Deichsanierung in Schlüsselburg. Wann starten die Arbeiten, wie lange werden sie dauern – und womit müssen die Schlüsselburger rechnen?
 
Der Förderverein hat das Gymnasium Petershagen als gemeinnützige Schule bei Amazon Smile angemeldet. Von jedem Einkauf-Vorgang fließen dann 0,5 Prozent in die Vereinskasse. Das gefällt nicht allen Eltern. Sie glauben, dieser Schritt schade dem Handel vor Ort, dem der Online-Weltkonzern natürlich ein Dorn im Auge ist.
 
Während der Pandemie hat das Outdoor-Hobby Geocaching an Beliebtheit gewonnen. Der Hiller Tobias Dreeke hat einen neuen Schatz an der Mühle in Nordhemmern versteckt. Um sich den Inhalt anschauen zu können, muss zunächst ein Rätsel gelöst werden. MT-Volontärin Leonie Meyer ist auf Schatzsuche gegangen.
 
Die Bahn beginnt am heutigen Donnerstag ihren Bürgerdialog, in dem Privatleute, Bürgerinitiativen, Politiker und andere Menschen ihre Bedenken zum Projekt ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse für den Deutschlandtakt vorbringen können. Das MT ist dabei, wenn die Experten der Bahn erstmals auf Kritiker und Befürworter stoßen.

Bis nächste Woche
Ihr Benjamin Piel


Sollte bis dahin etwas sein, schreiben Sie mir gerne eine Mail an postvonpiel@mt.de
 

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