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Ada-Lovelace-Projekt Newsletter 02/2018

1. Aktuelles


Mädchen machen MINT - Das Ada-Lovelace-Projekt leistet wichtigen Beitrag zur MINT-Strategie des Landes
"Physik muss in einer amüsanten Form in die Gesellschaft getragen werden." - Interview mit Maren Heinzerling
Ada-Lovelace-Projekt in der "missING - Junge Frauen in MINT"
 

2. Wer wir sind und was wir machen


"Langweilig wird es auf jeden Fall nie!" - Interview mit Marie-Christin Hobl, Projektassistenz am Standort Mainz
Standort im Fokus: Der Girls'Day in Remagen
 

3. Neues von unseren MINT-Partnern


Komm, mach MINT.: Interview mit Ines Großkopf im Magazin "SHE works!"
Kompetenzzentrum: Pilotprojekt "Digitalisiererin.NRW"
1. Fachtagung der Initiative Klischeefrei
meccanica feminale 2019: Call for Lectures

 

4. Neues aus der MINT-Welt


Studie: State of Science Index zeigt, wie Menschen weltweit zur Wissenschaft stehen
Studie: Kinder malen mehr Wissenschaftlerinnen
Großbritannien etabliert das Ada Lovelace Institute
Mehr als 30% weibliche Teilnehmerinnen beim Jugendwettbewerb Informatik

 

1. Aktuelles

Mädchen machen MINT - Das Ada-Lovelace-Projekt leistet wichtigen Beitrag zur MINT-Strategie des Landes

Mädchen gezielt ansprechen und Paten- und Mentorensyteme weiterentwickeln - diese beiden Ziele stehen besonders im Fokus der MINT-Strategie des Landes, wie Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig beim 3. Runden Tisch MINT an der Hochschule Mainz betonte. Unterstützung erhält sie dabei vom Ada-Lovelace-Projekt, das landesweit MINT-Workshops für Mädchen und junge Frauen anbietet und sie mit Mentorinnen als Vorbildern in ihrer Entscheidung für ein MINT-Fach bestärkt.

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (r.) mit 
Anne Romahn, Leiterin der Zentralen
Koordinierungsstelle des ALP

Die Akteurinnen und Akteure des Runden Tisches legen 2018 einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema "Gendersensible Ansprache" und die Weiterentwicklung von Gender-Kompetenzen, zum Beispiel bei Lehrenden. Das ALP hält dazu bereits Angebote bereit und bezieht auch Eltern und Lehrkräfte in die Projektarbeit mit ein. Die Projektmitarbeiterinnen unterstützen Schulen bei der Weiterentwicklung von praxisorientierten und gendersensiblem MINT-Unterricht. Außerdem hat das ALP ein spezielles Konzept für "gendersensiblen Technikunterricht" entwickelt, das in der Ausbildung von Lehramts-Studierenden zum Einsatz kommt. Indem sie mit den Schülerinnen im Projekt arbeiten oder im ALP hospitieren, können Lehramtsstudierende außerdem hilfreiche Praxiserfahrungen in gendersensiblem MINT-Unterricht sammeln. 

Der Runde Tisch MINT ist eine langfristig angelegte Strategie des Landes Rheinland-Pfalz, um nachhaltig dem Fachkräftemangel in MINT-Berufen zu begegnen. 

"Physik muss unbedingt in einer leichtverständlichen und amüsanten Form in die Gesellschaft getragen werden." - Interview mit Maren Heinzerling

    Maren Heinzerling

Zur Person: Maren Heinzerling studierte in den 50er Jahren Maschinenbau, als einzige Frau. Sie entwickelte unter anderem die "Zauberhafte Physik mit Sprach- und Sachkisten", um Kindern physikalische Phänomene näher zu bringen. Das ALP nutzt die Sprach- und Sachkisten in vielen Projektangeboten und arbeitet mit Frau Heinzerling für Lehrkräfte-Fortbildungen zusammen.

Wie kam Ihnen die Idee zur "Zauberhaften Physik"?
Als 2005 der alljährliche Berlin-Besuch meiner 10-jährigen Enkelin Agnes ins Haus stand, rief mich mein Sohn vorher an und erklärte mir am Telefon „Mutter, jetzt musst du aktiv werden: Agnes droht auf ein soziales Gymnasium zu gehen – und das wollen wir doch beide nicht!“. Mein Sohn ist Ingenieur. Als Agnes dann kam, machte ich 10 Tage lang kleine physikalische Experimente mit ihr, ging in technisch-naturwissenschaftliche Museen und sprach mit ihr darüber, was Ingenieure so alles bewirken können. Agnes entschied sich nach ihrem Besuch für das naturwissenschaftliche St. Anna-Gymnasium in München und mir wurde klar, dass wesentliche Weichen für den weiteren Ausbildungsweg in Grundschulen gestellt werden.

Bärbel Strübing, eine Kollegin aus dem Arbeitskreis „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ erzählte mir dann noch, dass sie stets mit ihren Enkeln und Kindern aus der Nachbarschaft kleine Experimente mache. Da beschloss ich, mein Wissen und meine Begeisterung für Physik nicht nur familienintern weiterzugeben, sondern auch an Kinder außerhalb meiner Familie.
 
Physik-PatInnen bringen Ihr Konzept „Zauberhafte Physik“ in die Schulen, auch LehrerInnen-Fortbildungen bieten Sie an; wer prägt Ihrer Erfahrung nach besonders stark das MINT-Interesse von Kindern?
Die Lehrkräfte. Sie sind täglich mit den Kindern zusammen und können sie gezielt fördern. Wir verstehen unseren Einsatz als Unterstützung für Lehrkräfte.
 
Inwiefern muss man auch die Eltern und das soziale Umfeld einbeziehen?
Man sollte unbedingt möglichst viele Erwachsene in den „MINT-Feldzug“ einbeziehen. Ich habe für die Physik-Motivation 30 Partyversuche in meine Webseite www.zauberhafte-physik.net eingestellt, die man auf Projekttagen, bei Geburtstagen, an Regennachmittagen oder anderen Anlässen problemlos durchführen kann und die viel Spaß machen – die Idee dazu kam mir übrigens auf meinem 75. Geburtstag, der daraufhin ausgesprochen lustig wurde!

Physik muss unbedingt in einer leichtverständlichen und amüsanten Form in die Gesellschaft getragen werden. Immerhin sind physikalische Grundkenntnisse die Voraussetzung für wichtige gesellschaftliche Entscheidungen.
 
Wie messen Sie den Erfolg der Initiative, und was ist für Sie persönlich ein gutes Ergebnis?
Zum Einen freuen wir uns, wenn die Kinder in der Stunde Warum-Fragen stellen. Das haben viele Kinder offenbar schon verlernt. Zum Zweiten spüren wir die Begeisterung der Kinder, die die Zwischenpause ganz vergessen und uns nach der Stunde fragen: „Wann kommst du wieder?“. Ich freue mich, wenn mir Lehrkräfte berichten, dass sich Kinder, die sonst eher zurückhaltend am Unterricht teilnehmen, in unseren Stunden aufblühen.

Natürlich freue ich mich riesig, wenn ich Lehrkräfte auf Lehrerfortbildungen treffe, die sich begeistert auf mich stürzen und mir erzählen, dass sie einige Sprach- und Sachkisten schon nachgebaut hätten und in ihrem Unterricht benutzten; dann verschwinden sogar für eine Zeitlang meine Rückenschmerzen vor Freude. Wir haben täglich 40 bis 60 Zugriffe auf unsere Webseite und schließen daraus, dass es viele AnwenderInnen gibt, aber wir kennen sie nicht.
 
Sie haben in den 50er Jahren als einzige Frau Maschinenbau an der TU München studiert - wenn Sie damals mit heute vergleichen, wie viel weiter voran sind wir gekommen, was Frauen in MINT-Fächern betrifft?
Enorm! Ich war dankbar, dass ich überhaupt in diesem spannenden Beruf arbeiten durfte; immerhin brauchte man damals noch die Zustimmung des Ehemannes! Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es mal eine Quotenregelung für Aufsichtsräte in Dax-Unternehmen geben könnte. Die Frauen haben enorm an Selbstbewusstsein gewonnen! Und wenn man den Anteil der Frauen in Studienfächern wie Maschinenbau und Elektrotechnik ansieht, dann kann man nur staunen: 1958 stellte ich an der TU München in meinem Fach einen Anteil von 0,3% dar; 1990, als wir die Mädchen-Technik-Tage bzw. Girls’Days ins Leben riefen, lag der Status quo bei 3%; jetzt haben wir an vielen Universitäten 30%!

Ich verspüre eher eine allgemeine, männliche Hochachtung vor der Leistung von Frauen und kaum noch Skepsis. Aber wir müssen natürlich weiter für diese Akzeptanz kämpfen: manche Männer scheinen die Herabwürdigung von Frauen zum Erhalt ihres eigenen Selbstwertgefühl zu benötigen. Dem müssen wir wachsam entgegen treten und Frauen in solchen Situationen unterstützen. Die Leistungen von Frauen gehören kontinuierlich in die öffentliche Wahrnehmung.
 
An welchen Projekten und Initiativen beteiligen Sie sich darüber hinaus, um mehr Nachwuchs für MINT zu gewinnen?
Ich kämpfe für eine verstärkte Förderung der Kooperation von MINT-Projekten durch entsprechende Rahmenbedingungen und Förderregeln. Ich versuche seit Jahren, mit anderen Initiativen zu kooperieren und werbe um die Zusammenarbeit mit mehr Bürgerstiftungen; ich habe mich an das Haus der kleinen Forscher gewandt, an die Deutsche Physikalische Gesellschaft, an den Verein Deutscher Ingenieure, an die Stiftung Lesen, die Stiftung Teach first, an Berliner Schullabore und an Universitäten, um meine Sprach- und Sachkisten in die Lehrkraftausbildung mit aufzunehmen. Leider muss ich feststellen, dass manche zwar sehr aufgeschlossen für eine Kooperation sind, sich aber die meisten eher so verhalten, als wären wir Konkurrenten. Hier sollten PolitkerInnen helfen, MINT- Aktivitäten zusammenzuführen und zu vernetzen.

Film zum Gewinn des Deutschen Bürgerpreis 2017 in der Kategorie Lebenswerk

Ada-Lovelace-Projekt in der "missING - Junge Frauen in MINT"

Einmal jährlich erscheint die Broschüre "missING - Junge Frauen in MINT", die Schülerinnen, die gerade vor ihrem Abschluss stehen, dabei hilft durchzublicken, welche Möglichkeiten sich ihnen für einen weiteren Bildungsweg im MINT-Bereich bieten. 
Die Broschüre stellt Hochschulen, Universitäten und Unternehmen vor, die junge Frauen für MINT-Studiengänge, ein Duales Studium oder Ausbildungen gewinnen wollen sowie Projekte und Workshops, die Begeisterung für MINT wecken wollen. Sie bietet außerdem Interviews mit jungen Frauen, die sich bereits für diesen Karriereweg entschieden haben.

Wir freuen uns, das in der aktuellen Ausgabe auch das Ada-Lovelace-Projekt vorgestellt wird. Hier können Sie die Online-Ausgabe der missING lesen. Infos zur Bestellung von kostenlosen Exemplaren finden Sie hier

2. Wer wir sind und was wir machen

"Langweilig wird es auf jeden Fall nie!" - Interview mit Marie-Christin Hobl, Projektassistenz am Standort Mainz

Schon seit 2014 ist Marie-Christin Hobl im Ada-Lovelace-Projekt mit dabei; erst als Hiwi, seit kurzem als Projektassistenz des Standorts Mainz. Im Interview spricht sie über ihren Arbeitsalltag, darüber wie sie Studium und Arbeit unter einen Hut bekommt und ihre eigenen Erfahrungen als MINT-Frau. 

      Marie-Christin Hobl
Neben deiner Arbeit im ALP studierst du an zwei verschiedenen Hochschulen Fächer mit MINT-Bezug - wie bewältigst du das alles?
Ich studiere in Wiesbaden an der HSRM „Umweltmanagement und Stadtplanung in Ballungsräumen“ (M.Eng.) und in Mainz an der JGU „Umwelt- und Klimawandel“ (M.Sc.). Das klingt erst einmal viel, aber eigentlich ist es nur eine Managementaufgabe. Gerade das Organisieren habe ich durch die Arbeit im Ada-Lovelace-Projekt sehr gut gelernt. Im ALP müssen Veranstaltungen strukturiert geplant werden und genau das kann man auch auf sein sonstiges Leben übertragen. So arbeite ich die Hälfte der Woche im ALP und die andere Hälfte studiere ich. Dadurch, dass die zwei Hochschulen verschiedene Semesterzeiten haben, ist das die meiste Zeit sehr gut vereinbar.
 
Wie sieht deine Arbeit als Projektleiterin in unserem Projekt aus? Was ist dein Arbeitsalltag?
Morgens komme ich erst einmal ins Büro und versuche, nicht von den ganzen Emails erschlagen zu werden. Wenn die dann bearbeitet sind, besteht der Arbeitsalltag aus immer anderen Aufgaben. Genau das mag ich an meiner Arbeit. Manchmal entwerfe ich Flyer und Poster, manchmal informiere ich mich über neue Versuche und Workshops, die wir mit Kindern machen könnten, manchmal plane ich das Veranstaltungsprogramm für die Schülerinnen, Studentinnen oder Mentorinnen und dann wieder gehe ich zu Vorbereitungstreffen für Messen oder andere Angebote. Außerdem spielt die Betreuung der Mentorinnen eine große Rolle und auch der Kontakt zu Kooperationspartnern oder Schulen ist wichtig. Langweilig wird es auf jeden Fall nie!
 
Was zeichnet den Projektstandort Mainz aus?
Die Vielfalt unseres Angebotes. Wir bedienen jede Altersgruppe, von der Grundschule bis zu Doktorandinnen. Für die ganz Jungen bieten wir Workshops an, zum Beispiel zu den Themen „Kosmetik selber herstellen“ oder „Fluoreszenz“. Am Girls’Day bieten wir jedes Jahr viele Workshops in Kooperation mit verschiedenen Instituten an der JGU an. Hier kommen jährlich fast 250 Kinder. Zudem gibt es sechs wöchentliche Schul-AGs.

Für Oberstufenschülerinnen haben wir die letzten Jahre in Kooperation mit der Hochschule Mainz die Studienorientierung „MINT in Mainz“ angeboten. Hier hatten die Schülerinnen die Möglichkeit, drei Monate lang von einer Studentin begleitet zu werden, Vorlesungen zu besuchen und Fragen zu stellen. Beim „Erstimentoring“ betreuen Mentorinnen Studienanfängerinnen. Und für die „Älteren“ gibt es dann das Doktorandinnen-Mentoring.
 
Was sind deine eigenen Erfahrungen als Frau in MINT?
Das ist eine schwierige Frage. Ich studiere streng genommen kein eindeutiges MINT-Fach. Von daher haben wir in der Uni auch nicht in jedem Kurs diesen typischen Frauenmangel. Trotzdem schauen mich gerade in meiner Freizeit, wenn ich zum Beispiel beim Sport erzähle, was ich studiere, jüngere Mädchen oft schief an und sagen „Ne, sowas mit Mathe und Naturwissenschaften ist nichts für mich“. Das finde ich schade. Ich glaube, das liegt aber auch daran, dass sich viele Mädchen (und auch Jungen) gar nicht vorstellen können, was man mit einem MINT-Studium so machen kann.
 
Welche Mentorinnen oder Mentoren haben deine eigene Entwicklung – zum Beispiel im Studium – geprägt?
Die Mentorin, die mich damals in meinen Hiwi-Job im ALP eingearbeitet hat. Das war mein erster richtiger Job und die Mentorin hat mir einfach so unfassbar viel beigebracht und war unglaublich gut organisiert. Ich selbst bin eigentlich eher ein sehr chaotischer Mensch und war total fasziniert von ihrer Art und Weise zu arbeiten. Da habe ich mir für mein Studium, aber auch für meine Freizeit, sehr viel abgeschaut.
 
Gab es in deiner Schul-/Studienzeit ähnliche Projekte wie das ALP? Hättest du gerne an solchen Programmen teilgenommen?
Nein, solche großen Projekte gab es leider nicht. Gerade eine Studienorientierung hätte mir sehr geholfen. Viele der Fächer kennt man als SchülerIn ja gar nicht. Ich muss auch von mir persönlich sagen, dass ich mir in der Schule nicht so viel zugetraut hätte, wie ich es jetzt tun würde. Manche Studiengänge habe ich nach der Schule ausgeschlossen, weil ich nicht dachte, dass ich diese schaffen würde. In der Uni habe ich dann gemerkt, dass gerade diese Fächer, zum Beispiel Chemie, mir sogar Spaß machen.
 
Wo geht es für dich langfristig beruflich hin?
Da gibt es für mich zwei Wege: Entweder Wissenschaft oder Wirtschaft. Durch die Arbeit im ALP habe ich gemerkt, dass mir die Projektarbeit sehr viel Spaß macht. So etwas könnte ich mir gut vorstellen, vielleicht auch im naturwissenschaftlichen Kontext, zum Beispiel in einem Pharmakonzern. Vorerst möchte ich aber erst einmal promovieren. Nach der Promotion entscheide ich dann, ob ich weiter an der Uni bleibe und habilitiere oder dann eben in die Wirtschaft gehe.

Standort im Fokus: Der Girls'Day in Remagen

Löten, Lasern, Kombinieren und Spielstrategien austüfteln: Das Ada-Lovelace-Projekt und der RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz luden zum diesjährigen bundesweiten Girls'Day 35 Mädchen nach Remagen ein.

      Schülerin beim Lötworkshop
Schülerinnen der Klassenstufen sieben bis zwölf aus acht verschiedenen Schulen hatten die Gelegenheit, sich in den MINT-Fächern zu erproben und praxisnah eher frauenuntypische Arbeitsfelder kennen zu lernen.

Mit der Doktorandin Claudia Münch schauten sich die Schülerinnen im Biomechaniklabor Fußfehlstellungen mit einer Drucksensorplatte an und untersuchten ihr Gangverhalten sowie die Kraftverteilung auf den Fußsohlen. Danach konnten die Mädchen auf einem Bildschirm beobachten, wo ihr Schwerpunkt liegt und wie sich dieser bei einer schweren Last, z.B. einem Rucksack, verschiebt. Dass eine Fehlbelastung durch seitliches Tragen des Rucksacks Auswirkungen auf die Wirbelsäule hat, konnte anschließend jede sehen und nachvollziehen.

Schülerinnen bearbeiten Material mit dem Laser
Auf dem Programmplan standen auch eine Vorführung in der Robotik, Einblicke in die Welt des Lasers und optischer Technologien, und Experimente im Physiklabor. Hier begeisterten Dirk Thomsen und Volker Luy die Schülerinnen mit Wellenphysik und vielen spannenden Experimenten. „Wir möchten die Begeisterung für mathematisch-technische Fragestellungen frühzeitig bei jungen Menschen wecken und ihnen Vorbilder präsentieren“, so Prof. Dr. Martina Brück, Mathematikprofessorin und verantwortlich für das Ada-Lovelace-Projekt am RheinAhrCampus Remagen.

Nach der Mittagspause konnten die Schülerinnen die Gelegenheit nutzen und sich mit den Ada-Lovelace-Mentorinnen Anne-Sophie Rother, Jasmin Sohnius und Juliana Ditsche ganz persönlich über ihre Erfahrungen mit einem Studiengang der Mathematik und Technik unterhalten. Sie ermutigten die Mädchen, an sich zu glauben und sich ein MINT-Studienfach zuzutrauen.

Insgesamt bot das Ada-Lovelace-Projekt am Girls’Day landesweit Veranstaltungen für rund 600 Schülerinnen an.

3. Neues von unseren MINT-Partnern

Komm, mach MINT.: Interview mit Ines Großkopf im Magazin "SHE works!"

Die März-Ausgabe des Magazins "SHE works!" steht ganz unter dem Thema "Frauen und Technik". Das MINT-Special des Hefts bietet neben der Vorstellung von Netzwerken, Förderprojekten und Schnupperstipendien auch spannende Interviews. Unter anderem mit Ines Großkopf von unserem Partner "Komm, mach MINT."
Im Interview mit Carolin Schäufele spricht sie darüber, welche Erfolge sich bereits durch die bestehenden Anstrengungen für mehr Frauen in MINT sehen lassen und wie sich Argumente gegen solche Angebote leicht entkräften lassen. 

Das vollständige Interview finden Sie hier. Die Ausgabe der "SHE works!" können Sie hier lesen. 

Kompetenzzentrum: Pilotprojekt "Digitalisiererin.NRW" 

Frauen, die bereits die Digitalisierung und damit unsere gesellschaftliche Zukunft mitgestalten mit denen vernetzen, die den gleichen Wunsch haben - das ist das Ziel des Pilotprojekts "Digitalisiererin.NRW" des Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.
Bewerben konnten sich junge Frauen aus Nordrhein-Westfalen, die selbst im Bereich Digitalisierung tätig sind oder großes Interesse haben. Einen Tag lang konnten die Gewinnerinnen die drei Digitalisererinnen Linda Kruse, Game-Designerin und Gründerin der Spielefirma the good evil GmbH, Nissrin Arbesun Perez, wissenschaftliche Mitarbeiterin der SmartFactoryOWL oder Susanne Frisse, Studentin der Mensch-Technik-Interaktion und Mitarbeiterin am zdi-Zentrum mint4u an ihrem Arbeitsplatz begleiten und sich im persönlichen Austausch gegenseitig motivieren und inspirieren. 

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

1. Fachtagung der Initiative Klischeefrei

Am 12. und 13. Juni lädt die Servicestelle der Nationalen Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl zur 1. Fachtagung der Initiative Klischeefrei nach Berlin ein. Das abwechslungsreiche Pogramm der Tagung bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen und sich aktiv in die Mitgestaltung einer Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees einzubringen.
Neben einer Gesprächsrunde mit Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Schirmherrin der Initiative Elke Büdenbender sowie Impulsvorträgen von Prof. Jutta Allmendinger, Prof. Dr. Susanne Stark und Prof. Dr. Jutta Rump bietet die Tagung unter anderem einen Praxisaustausch in fünf zielgruppenspezifischen Foren.

Weitere Informationen sowie die Anmeldung zur Tagung finden Sie hier. Das ausführliches Programm können Sie hier herunterladen.

meccanica feminale 2019: Call for Lectures

Bereits zum zehnten Mail findet vom 19. bis 23. Februar 2019 die Frühjahrshochschule meccanica feminale für Studentinnen und Fachfrauen aller Ingenieurwissenschaften an der Hochschule Stuttgart statt. Dozentinnen und berufstätige Ingenieurinnen sind herzlich aufgerufen, noch bis Ende Juni Angebote für Seminare, Workshops und Vorträge einzureichen.

Die geplanten Schwerpunktthemen sind "Industrie 4.0: Gegenwart oder Zukunft?" und "Mobilität der Zukunft", aber auch aus anderen Bereichen können Kurs- und Beitragsvorschläge abgegeben werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

4. Neues aus der MINT-Welt

Studie: State of Science Index zeigt, wie Menschen weltweit zur Wissenschaft stehen

Schätzen Menschen die Wissenschaft? Wie stark beeinflusst sie ihr Leben? Vertrauen sie WissenschaftlerInnen oder stehen sie ihnen eher skeptisch gegenüber? - Diese und viele weitere Fragen hat das Unternehmen 3M etwa 14.000 Erwachsenen aus 14 Ländern gestellt, um den ersten State of Science Index zu erheben. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen der Wissenschaft durchaus positiv gegenüber stehen. Etwa 87 Prozent gaben an, fasziniert von ihr zu sein und glauben, dass die Welt dank ihr ein besserer Ort ist. 90 Prozent stimmt die Wissenschaft hoffnungsvoll. 

Bei Fragen zum Thema Wissenschaft als Beruf zeigte sich, dass 36 Prozent glauben, eine Karriere in der Wissenschaft sei nur für Genies und schüchtere sie ein. Dabei gaben fast die Hälfte aller Befragten, die einen nicht-wissenschaftlichen Beruf gewählt haben an, diese Entscheidung zu bereuen. 82 Prozent würden ihren Kindern raten eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen und 92 Prozent fordern, dass SchülerInnen mehr über die Naturwissenschaften lernen sollten. Bei der Frage, wie SchülerInnen für MINT motiviert werden können, waren die häufigsten Vorschläge, ihnen besser zu verstehen zu geben, wie Wissenschaft die Welt verbessern kann und welche beruflichen Möglichkeiten sie ihnen bietet. Gefordert wurden außerdem mehr Mentoring-Angebote. 

Die erhobenen Daten können Sie hier interaktiv erkunden.

Studie: Kinder malen mehr Wissenschaftlerinnen

Männlich, in einem Laborkittel, mit Brille und Bart - so stellten sich in den 60er und 70er Jahren fast alle Kinder eine/n typische/n Wissenschaftler/in vor. Als David Wade Chambers 1983 die erste Studie zum "Draw a Scientist"-Test veröffentlichte malten überwältigende 99,4 Prozent der beteiligten Kinder einen Mann. 

Eine neue Studie vergleicht nun insgesamt 20.000 Bilder aus 79 "Draw A Scientist"-Tests, die zwischen 1966 und 2016 durchgeführt wurden, um herauszufinden, wie sich die Vorstellungen der Kinder verändert haben. Auf den ersten Blick durchaus positiv: ab 1985 steigt der Anteil weiblicher Wissenschaftlerinnen auf etwa 28 Prozent, ab 2010 sogar noch weiter auf etwa ein Drittel. Vergleicht man Studien, in denen das Geschlecht der Kinder bekannt ist, zeigt sich, dass besonders bei den Mädchen eine bessere Repräsentation von Frauen in der Wissenschaft Wirkung zeigt: während der Forscherinnenanteil bei den Jungen zwischen 1985 und 2016 nur von 2.4 auf 13 Prozent anstieg, stieg er bei den Mädchen von 33 auf 58 Prozent. 

Ein negativer Trend, der sich in der Studie abzeichnet ist, dass der Frauenanteil mit zunehmendem Alter stark sinkt. Während im Kindergartenalter noch etwa gleich Forscherinnen und Forscher gezeichnet werden, zeigen sich ab 7 bis 8 Jahren erste Unterschiede; im Alter von 14 bis 15 Jahren sinkt der Anteil der Frauen auf etwa 20 Prozent. Diese Entwicklung ist sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen zu beobachten. Es zeigt sich, dass Kinder schon früh von Geschlechts-Stereotypen beeinflusst werden und deshalb früh gegen diesen Trend angesetzt werden muss. 

Die vollständige Studie finden Sie hier

Großbritannien etabliert das Ada Lovelace Institute

Immer schneller werden heute neue Technologien auf den Markt gebracht, die außerdem immer innovativer werden. Gerade automatisierende Technologien oder solche, die sich mit unseren Daten befassen, werfen dabei immer wieder ethische Fragen auf. Bis zum Ende des Jahres soll in Großbritannien deshalb das Ada Lovelace Institute etabliert werden, das in Partnerschaft des The Alan Turing Institute, der Royal Statistical Society, des Nuffield Council on Bioethics, des Wellcome Trust, der Royal Society, der British AcademytechUK und der Omidyar Network’s Governance & Citizen Engagement Initiative entsteht. 

Ziel des Instituts soll es sein, eine unabhängige Stimme zu sein, die zum Wohl des öffentlichen Interesses agiert und ethische Diskussionen führt, bevor es zu kritischen Vorfällen kommt. Unterschiedlichste Stimmen und Meinungen sollen im Institute vereint werden, um ein gemeinsames Verständnis von ethischen Fragen zu bilden. Das Institute soll außerdem Forschung betreiben und empirische Grundlagen darüber schaffen, wie immer neuere Technologien die Gesellschaft als ganzes und spezielle Gruppen in ihr beeinflussen. 

Sir Alan Wilson, Chief Executive des Alan Turing Institutes sagt über das zukünftige Institute und seine Namensgeberin folgendes: “A particular privilege of working at The Alan Turing Institute is our ability to honour the life and legacy of Alan Turing through our ground-breaking data science and AI research. Perhaps the most important lesson of this legacy is the impact that technology can have on society. Turing himself was influenced by Ada Lovelace, so it is a fitting tribute that this new Institute will take the name of another historical figure who played such an important role in the development of the technologies we all benefit from today.”

Mehr als 30% weibliche Teilnehmerinnen beim Jugendwettbewerb Informatik

Zum zweiten Mal findet in diesem Jahr der Jugendwettbewerb Informatik statt, der sich speziell an Kinder und Jugendliche mit wenig oder keiner Programmiererfahrung richtet. Mehr als 12.500 Schülerinnen und Schüler haben in der ersten Runde des Wettbewerbs im März ihr Programmier-Talent unter Beweis gestellt.

Grund zur Freude gibt der hohe Anteil weiblicher Teilnehmender: Wie auch schon im Vorjahr waren etwa ein Drittel der Nachwuchs-ProgrammiererInnen Mädchen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch in der zweiten Runde, die am 4. Mai abgeschlossen wurde, wieder viele Mädchen teilgenommen haben. Mehr Informationen zum Jugendwettbewerb Informatik finden Sie hier

5. Ausblick

29. Mai
 
08. Juni

12. und 13. Juni
15. und 16. Juni
13. bis 17. Juni
21. Juni
Perspektive TU You - Studieninformationstag an der TU Kaiserslautern, Link
RAC & Du - Studieninformationstag am RheinAhrCampus Remagen, Link
1. Fachtagung der Initiative Klischeefrei, Link
Tag der Technik in der Handwerkskammer Düsseldorf, Link
Explore Science im Luisenpark Mannheim, Link 
Tag der kleinen Forscher, Link

MINT Fakt des Monats 

Im März traf sich in New Orleans die Amerikanische Chemische Gesellschaft, um sich neue Erfindungen im Bereich Chemie vorzustellen und sich gegenseitig zu inspirieren. Unsere Favoriten stellen wir euch hier kurz vor:


Mini-Gesundheitsscanner

Ein Minisensor unter der Haut, der über Jahre hinweg wichtige Daten aus unserem Körper über einen Infrarotscanner direkt ans Smartphone schickt - hört sich nach Sciencefiction an, ist nun aber Realität. Entwicklerin Natalie Wisniewski von Profusa Inc hat es geschafft, ein Implantat zu entwickeln, das kleiner als ein Reiskorn ist und im Gegensatz zu bisherigen Modellen nicht vom Körper abgestoßen wird. 
 

Papier aus Elefantenkot

Klingt vielleicht etwas komisch, ist aber gerade in Gegenden mit wenig Bäumen praktisch. Die Zellulose, die für die Papierherstellung normalerweise aus Holz gewonnen wird, wird von den Tieren über die Nahrung aufgenommen und im Magen durch Enzyme und Säuren bereits "vorverarbeitet". Das könnte dabei helfen, Papier mit weniger Energie und Chemie zu produzieren, verspricht zumindest Chemiker Alexander Bismarck von der Uni Wien. 
 

Kleckerfreies Eis

Noch eine Erfindung mit Zellulose, die kommt diesmal aber aus Bananen statt aus Elefanten. Douglas Goff von der University aus Guelph gewinnt aus Bananen-Stielen Zellulose-Fasern, die tausendmal dünner als ein Haar sind, und verhindern könnten, dass uns das Eis im Sommer wegschmilzt, bevor wir es essen können. 
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Das Ada-Lovelace-Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds sowie dem rheinland-pfälzischen Frauenministerium und dem Wissenschaftsministerium gefördert.
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