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Initiativgruppe WAS MACHEN
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WAS MACHEN – Ideen und Tipps für Dein politisches und gesellschaftliches Engagement

05/2017

„Offene Gesellschaften erlauben Vielfalt. Vielfalt ermöglicht Entwicklung, und Entwicklung ist die Voraussetzung für Frieden. Dafür leben wir.“
Friedrich Ostenrath, hortus dialogus e.V. via Offene Gesellschaft

Am 17. Juni rief die „Initiative Offene Gesellschaft“ zum gemeinsamen Tafeln für die Demokratie auf (einer unserer Tipps aus Ausgabe 02/2017). Auch das WAS MACHEN-Team war dabei, als sich in Deutschland und Europa Menschen an mehr als 450 Tafeln trafen und so ein Zeichen für die Demokratie, für Offenheit und ein friedliches Miteinander setzten. Wie das war, könnt ihr in vielfältige Impressionen auf der Webseite der Offenen Gesellschaft sehen und lesen.

Wenn wir darüber nachdenken, wie wir uns sozial oder politisch in die Gesellschaft einbringen können, mag uns das Naheliegendste oftmals nicht in den Sinn kommen: Leben spenden, das klingt gewaltig und gleichzeitig kann es beinahe jede*r von uns! Oder einer Partei beitreten – warum eigentlich nicht? Außerdem haben wir Ideen zusammengetragen, wie und wo ihr euch über die Sommermonate für die Demokratie einsetzen könnt. Unter Links & Lektüren findet ihr wie immer schöne Beispiele dafür, was und wie viel bereits in Bewegung ist.

Ein Freund hat WAS MACHEN mit „Call to Action“-Newsletter betitelt. Wir hoffen sehr, dass uns das mit unserem Periodikum gelingt. In diesem Sinne wünschen wir euch einen bewegten Juli!

Eure
Antje, Indre, Johannes und Nicola

Partei-Mitgliedsantrag online ausgefüllt

 TIPP 1: 

Parteimitglied werden

 

Hast du auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, einer Partei beizutreten, bist dir aber nicht sicher, ob das der richtige Weg für dich ist? Keine Frage, Parteiarbeit ist kein Zuckerschlecken. Es braucht Geduld und ein nicht unbedeutendes Maß an Eigenmotivation, um dabeizubleiben. Doch wer über Durchhaltevermögen verfügt und sich von dem hohen Altersdurchschnitt vieler Parteien nicht abschrecken lässt, hat die Chance, wirklich etwas zu bewegen – besonders in der Lokalpolitik.

„In Volksparteien sammeln sich viele, mit unterschiedlichen Interessen, unterschiedlicher Herkunft, einigen sich auf etwas Gemeinsames und haben dann die Kraft, das auch umzusetzen. Eigentlich genial“, findet Lars Castellucci, „müsste man heute wieder erfinden, wenn’s die noch nicht gäbe.“

Und die Parteien freuen sich über motivierte Neumitglieder, denn es fehlt überall an Nachwuchs. Den Mitgliedsantrag kannst du bei fast allen größeren Parteien online ausfüllen und direkt absenden. Die Beiträge sind von Partei zu Partei verschieden und abhängig vom Einkommen. Dieser Artikel auf Bento gibt eine gute Übersicht und liefert konkrete, parteibezogene Zahlen – oder direkt bei den Parteien nachschauen: Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, FDP, SPD.

MEHR ZUM PARTEIBEITRITT
Impression eines Save Democracy Events

 TIPP 2: 

Ein Sommer für die Demokratie

 

Die Sommerferien stehen kurz bevor – und ihr habt keinen Plan? Eher unwahrscheinlich. Doch vielleicht gibt es noch die ein oder andere Lücke im Kalender oder ihr sucht noch den „Retreat“ der besonderen Art? Dann haben wir etwas Passendes für euch: Überall im Land finden diesen Sommer (im Vorfeld der Bundestagswahl) Arbeits- und Aktionstage für die Demokratie statt!

Am Samstag, den 15. Juli 2017 ist das Save Democracy Summer Camp im betahaus in Hamburg. Von 11 bis 16.30 Uhr könnt ihr euch in Workshops im Bereich Design Thinking, strategische Kommunikation oder „Marketing und Social Media für kleines Budget“ weiterbilden, interessanten Talks lauschen oder mitdiskutieren, Projekte kennenlernen oder neu entwickeln und viele tolle Leute kennenlernen.

MITMACHEN
Was muss sich in Deutschland ändern? Über diese Frage will die Süddeutsche Zeitung mit Leser*innen und Nicht-Leser*innen reden und hat darum das Democracy Lab ins Leben gerufen. Zum Projekt gehört der Plakat-Generator, mit dessen Hilfe alle (Nicht-)Leser*innen ihre Meinung plakativ einbringen können. Außerdem tourt seit dem 27. Juni der Lab-Bus durch die Republik und lädt allerorts zur demokratischen Ideenfindung ein.
MITREDEN

Die Jugendinitiative DEMO will den Juli, August und September in drei DEMOnische Monate verwandeln und lädt alle und jede*n ein, sich allerorts mit einer Idee einzubringen: ob öffentliche Tafeln oder offene Workshops, Spontankonzerte oder Tanzaktionen – jedes Format ist gefragt. Hauptsache es geht offen, fair und froh zu.

MITGESTALTEN

Wenn eure Sommerferien schon verplant sind und ihr im Urlaub oder auf Reisen in der EU seid, hat Pulse of Europe (PoE) eine schöne Idee: Haltet euren europäischen Moment fest oder fotografiert euch mit einem EU-Symbol. Buttons, Autoaufkleber, Armbänder, Fähnchen usw. bekommt ihr bei Pulse of Europe in eurer Region. Das Foto schickt ihr an facebook@pulseofeurope.eu. Die Initiative wird alle Bilder in Form einer großen Collage veröffentlichen.

PoE IN DEINER NÄHE
Blutspenden beim Deutschen Roten Kreuz, Quelle Foto: DRK-Blutspendedienste

 TIPP 3: 

Leben spenden


Wenn wir unseren Mitmenschen helfen wollen, denken wir meistens an zwei Dinge: Zeit und Geld. Doch wir haben mehr zu geben – Blut, Stammzellen, Organe. Und es gibt wenig, mit dem wir so unmittelbar helfen und sogar Leben retten können.

Mal ehrlich, wenn ihr gesund seid, gibt es eigentlich keinen Grund, nicht Blut zu spenden. Die ganze Prozedur dauert circa eine Stunde, die tatsächliche Blutabnahme nur 10 Minuten. Alle Unsicherheiten, ob ihr als Spender*in geeignet seid, werden durch einen Fragebogen und ein fachärztliches Gespräch geklärt. Über alles weitere informiert die Webseite des DRK.

Noch einfacher könnt ihr euch als Stammzellenspender*in registrieren, um Menschen mit Blutkrebs zu helfen. Dafür bestellt ihr auf der Webseite der DKMS die berühmten Wattestäbchen, macht einen Wangenabstrich und schickt diesen zurück (dauert keine fünf Minuten). Solltet ihr irgendwann als Spender*in für eine erkrankte Person in Frage kommen, werden eure Stammzellen mit 80%iger Wahrscheinlichkeit über die Blutbahn und ohne Operation entnommen.

Am wenigsten Aufwand macht der Organspender-Ausweis. Auch den könnt ihr im Internet bestellen: Einfach ausfüllen und stets bei euch tragen. Viele Bürger*innen sind nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Berichterstattung immer noch zurückhaltend. Wir sagen: Jetzt erst recht!

Wenn ihr euch mit dem Thema Organspende intensiver beschäftigen möchtet, empfehlen wir als Sommerlektüre das Buch Die Lebenden reparieren von Maylis de Kerangal.

Dieser Tipp basiert auf einer Anregung von Judith. Vielen Dank dafür!
 
BLUTSPENDE-TERMIN FINDEN

Links und Lektüren


Hier möchten wir euch Artikel, Bücher, Filme oder künstlerische oder kulturelle Projekte empfehlen, die uns gefallen, beschäftigt oder berührt haben. Dazu zählen heute:
HateAid Logo
 

Erschöpfte Demokratie


Die Theater-Performancegruppe 51 GRAD betreibt angewandte Utopieforschung. Ihr aktueller Forschungsgegenstand: die Erschöpfte Demokratie.

Für dieses „theatralische Experiment“ machen sie im Juli und September das Max-Planck-Institut in Berlin und Köln zu ihrer Spielstätte. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Philosoph*innen entwickelt das Publikum dort visionäre Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsmodelle sowie alternative Lebensentwürfe.

Die genauen Termine findet ihr auf der Webseite des Projektes. Wir gehen hin!
 
Sag's mir in Gesicht Aktionslogo
 

Keine Macht den
„Fake News“ 


Manche „Fake News“, also bewusst gestreute Gerüchte, schaffen es über die sozialen Netzwerke bis in etablierte Medien: „30% der Geflüchteten, die Syrien als Herkunftsland angeben, sind in Wirklichkeit keine Syrer“, „Stadt bezahlt Asylsuchenden Taxifahrten“, „Wegen großer Zahl Geflüchteter gibt es Mangel an Impfstoffen“. Solche Falschmeldungen über Asylsuchende (sogenannte Hoaxes) und deren Widerlegung dokumentieren Karolin Schwarz und Lutz Helm auf ihrer HOAXmap. Über Neueinträge informieren sie parallel via Twitter. Hinweise auf nachweisliche Falschmeldungen nehmen die beiden – die das Projekt komplett in ihrer Freizeit betreuen – per E-Mail und Twitter entgegen. Finden wir gut!

Motiv aus der Comicreportage »Brot, Salz und verrückter Käse«Deutschland spricht:
Aktion von ZEIT ONLINE


Viel zu selten entstehen anregende Gespräche mit Menschen, die eben nicht die eigenen politischen Auffassungen teilen. Genau das hat ZEIT ONLINE mit einer tollen Aktion provoziert: Deutschland spricht. In über 600 Begegnungen sind Leser*innen im Juni zusammengekommen, die in grundlegenden politischen Fragen gegensätzlicher Meinung waren. Neben einem lesenswerten Erfahrungsbericht und Feedback der Teilnehmer*innen kannst du dich auch näher zur Methodik der Aktion informieren. Sehr spannend! Empfehlenswert – und absolut zeitlos – sind auch die begleitenden Argumentationsregeln für eine gute Diskussion.

Zum Schluss was Nettes


Manchmal ist jemand, den wir gar nicht kennen, einfach nett zu uns – mit einer Geste oder einem Gefallen, um den man gar nicht gebeten hat. Manchmal zaubert uns jemand ein Lächeln auf die Lippen – mit Worten oder einem Bild. Einfach so. Solche Augenblicke wollen wir hier teilen.

Indre fällt dazu der Geschäftsführer eines Autohauses ein, der einem geflüchteten Syrer die Chance gibt, sich hier ein neues Leben aufzubauen:
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