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WAS MACHEN – Ideen und Tipps für Dein politisches und gesellschaftliches Engagement

01/2017

„Man kann sich eben doch nicht darauf verlassen, dass schon alles gut geht, wenn man sich nicht einmischt.“
Lisa Muckelberg, Politik ist wieder angesagt, FAZ 08.04.17
Da ist ganz schön was passiert, nachdem wir unsere „Testausgabe“ vor zwei Wochen verschickt haben: Tolle Rückmeldungen haben wir bekommen, jede Menge Hinweise auf spannende Initiativen und inhaltliche Anregungen für den Newsletter. Einer Leserin fiel auf, dass sie nur mit wenigen Bekannten über Politik redet und hat den Newsletter einfach an alle weitergeleitet, mit denen sie gern ins Gespräch kommen würde. Direkt was gemacht – für die Debattenkultur. Außerdem sind eine ganze Reihe neuer Abonnent*innen hinzugekommen. Wow! Wir sind begeistert und sagen herzlich: Danke. 

Mit dem Newsletter scheinen wir einen Nerv getroffen zu haben. Das spornt an. In diesem Sinne stellen wir in der heutigen, ersten offiziellen Ausgabe wieder konkrete Ideen vor, wie du dich einmischen und Dialoge mitgestalten kannst. 

In den BoostCAMPs der Initiative „Artikel 1“ kannst du dich analytisch und rhetorisch schulen lassen und das Gelernte dann direkt im Debattierclub oder einer Speakers' Corner ausprobieren. Argumentative Hilfestellung bieten dir dabei die Wandzeitungen der Bundeszentrale für politische Bildung. 

Wenn du uns Tipps für eine der nächsten Ausgaben oder Feedback geben magst, schreibe uns gerne per E-Mail. Wir freuen uns.

Eure
Antje, Indre, Johannes und Nicola

PS: Kennst du Leute, die unsere Tipps auch interessieren könnten? Wir freuen uns, wenn du WAS MACHEN weiterleitest.
Artikel 1 Initiative für Menschenwürde e.V.

 TIPP 1: 

Mit „Artikel 1“ ins BoostCAMP


„Menschenrechte sind voraussetzungslos. Sie können und müssen nicht verdient werden. ... Das“, so Carolin Emcke anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2016, „ist großartig.“ So sehen das auch die Macher*innen von Artikel 1 – ein bunter Haufen aus Werbe-, PR- und Kommunikationsexpert*innen – und haben darum 2016 die „Initiative für Menschenwürde“ gegründet. Gemeinsam entwickeln sie Aktionen, um die Demokratie in Deutschland zu stärken. Der Wettbewerb VOLKER für Demokratie-Kommunikation war so eine Aktion: Bis Ende Januar konnten Studierende und Auszubildende ihre Kampagnen-Ideen einreichen. Die Preisträger werden am 30. April in der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz bekannt gegeben. „Das wird ein Fest für die Demokratie“, ist sich Jana Faus (Vereinsvorsitzende) sicher.

Eine andere Aktion sind die BoostCAMPs: eintägige Argumentationstrainings, die überall in Deutschland stattfinden – kostenlos. Gemeinsam mit Profis aus Werbeagenturen, Medien, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen kannst du dort die rhetorischen Tricks und Kniffe von Rechtspopulist*innen analysieren, den Umgang mit Sozialen Medien trainieren, Ideen zur Kampagnenführung und Argumente gegen Vorurteile entwickeln.

Das nächste BoostCAMP findet am Samstag, den 22. April in Hamburg statt und noch gibt es freie Plätze. Am 24. Juni dann in Berlin. Das ist zu weit weg für dich? Kein Problem, du kannst das BoostCamp nämlich auch in deine Stadt oder Region holen: einfach anrufen unter 030 889136-186 oder eine E-Mail schicken. Das Artikel-1-Team stellt mit dir eine tolle Veranstaltung auf die Beine. Allerdings brauchen sie etwas Unterstützung bei der Raumsuche, der Verpflegung und der Bekanntmachung (15 Teilnehmer*innen sollten idealerweise zusammenkommen). Aber das kannst du individuell mit ihnen besprechen. Sie freuen sich auf deine Anfrage.
 
INS BOOSTCAMP
GIF einer diskutierenden Menschengruppe – eine Szene aus den Simpsons.

 TIPP 2: 

Debattierclubs und Köln spricht


„Sich eine Demokratie ohne Diskurs vorstellen, das ist ähnlich albern wie ein Klavier ohne Tasten“, sagt Bundestagspräsident Norbert Lammert und bringt damit das Wesen unserer Gesellschaftsform auf den Punkt. Was es bedeutet, wenn der Diskurs nicht mehr stattfindet, erleben wir gerade vielerorts: Wahlen, vor denen die Opposition mundtot gemacht wird; Politiker*innen, die die Staatsmedien zu ihren Gunsten lenken.

„Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren.“  – Jugend debattiert

Diese Fähigkeiten scheinen uns ein ganzes Stück verloren gegangen zu sein, auch der neuen Technologiekonzerne wegen. Beeinflusst durch Facebook, Twitter & Co. verharren wir in unseren Filterblasen und nehmen die Meinungen Andersdenkender kaum mehr wahr.

Was liegt da näher, als die faire und sachliche Debatte wieder zu beleben – zum Beispiel im Debattierclub? Vorrangig an Hochschulen beheimatet, doch bei weitem nicht nur für Studierende bestimmt, gibt es inzwischen über 60 solcher Clubs, in denen rhetorische Fähigkeiten sowie Analyse- und Argumentationskompetenzen trainiert werden. Deswegen unser Tipp: Einfach mal das Stichwort „Debattierclub“ plus die nächstgelegene Stadt in eine Suchmaschine tippen oder im Verzeichnis des VDCHs nachsehen und beim nächsten Treffen vorbeischauen. Vorkenntnisse braucht man keine und es muss ja auch nicht gleich eine Debattierwettkampfkarriere draus werden.

Wenn du in deiner Nähe aber keinen Debattierclub hast, kannst du es wie die Kölner*innen machen. Die haben im vergangenen Jahr die Initiative Köln spricht gegründet und veranstalten einmal im Monat eine „demokratische Speakers’ Corner“. Am 1. Mai steht das erste Jubiläum an, das mit einem Festival der Demokratie am Aachener Weiher gefeiert wird. Warum den Feiertag nicht für einen Kölnbesuch nutzen, sich inspirieren lassen und etwas ähnliches in deiner Stadt oder Gemeinde starten? Die Veranstalter*innen von „Köln spricht“ unterstützen sicher gerne.
 
DEINEN DEBATTIERCLUB FINDEN
ZUR KÖLNER SPEAKERS' CORNER
Wandzeitung „Rassismus begegnen“

 TIPP 3: 

Was sage ich, wenn …

 

… eine Freundin urplötzlich von „Überfremdung“ spricht, Kollegen den angeblichen deutschen „Kulturverlust“ diskutieren oder mein Kind von rassistischen Sprüchen in der Sportumkleide berichtet? Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat für genau solche Situationen eine Serie von Wandzeitungen herausgebracht.

Auf unserem Foto ist die Wandzeitung Rassismus begegnen zu sehen. Anhand verschiedener Stationen wird das Thema darauf erläutert. Neben der Erklärung, was Rassismus ist, werden beispielhaft rassistische Situationen aufgezeigt, Handlungstipps gegeben, sowie Gegenargumente auf diskriminierende Vorurteile. Dabei machen die Illustrationen aus der Wandzeitung einen echten Hingucker – und darum geht es ja: hinschauen, hinhören, einmischen.

Neben dieser Wandzeitung sind folgende weitere erhältlich:
• Antisemitismus begegnen
• Homophobie begegnen
• Islamfeindlichkeit begegnen
• Antiziganismus begegnen

Die Publikationen „Sexismus begegnen“ scheint aktuell vergriffen.
 
Die Wandzeitungen sind eine prima Möglichkeit, um den eigenen Blick zu reflektieren, den gemeinsamen Austausch zu unterstützen und Argumentationshilfen zu liefern. Die Plakate im Querformat DIN A0 eignen sich für die Teeküche im Büro, für den Besprechungsraum oder das Vereinsheim. Eben für überall dort, wo genügend freie Wand zur Verfügung steht und Menschen mit Meinungen aufeinandertreffen.

Alle Wandzeitungen können kostenfrei im Shop der bpb bestellt werden und sind auch als Flyer (ohne Illustrationen) erhältlich. Zudem ist es möglich, die Publikationen als PDF herunterzuladen.

WANDZEITUNG BESTELLEN
Wandzeitungen der bpb, praktische Hilfestellung für Demokratiearbeit vor Ort

Links und Lektüren


Hier möchten wir euch Artikel, Bücher, Filme oder künstlerische oder kulturelle Projekte empfehlen, die uns gefallen, beschäftigt oder berührt haben. Dazu zählen heute:

 

Was die Demokratie schön macht


Sie ist nicht perfekt, aber die Beste, die wir haben. Was? Unsere Demokratie. Seit 68 Jahren schützt sie uns vor Willkür und Unrecht, schenkt uns Frieden, Freiheit und jede Menge Möglichkeiten der Mitgestaltung  – ganz gleich welche Meinung wir vertreten, an welchen Gott wir (nicht) glauben, ob wir „ganz normal“ oder ein „bisschen verrückt“, Familien- oder Projektmanager*innen sind.

Der 7-minütige Film von und mit Max Moor (ARD „ttt - titel, thesen, temperamente“) zeigt die Die Schönheit der Demokratie in all ihren Facetten.
 

 

Auf die Straße:
„March for Science“


Eine gute Debatte beruht wie jeder gelungene Dialog wesentlich auf wissenschaftlich fundierten Tatsachen. Wenn diese geleugnet, relativiert oder mit sogenannten „alternativen Fakten“ gleichgestellt werden, ist das nicht nur für die Wissenschaft, sondern für die Gesellschaft als Ganzes eine Gefahr. Darum gehen am Samstag, den 22. April 2017 weltweit tausende Menschen für die Freiheit der Wissenschaft auf die Straße.

Wo ein „March for Science“ in deiner Nähe stattfindet, erfährst du unter marchforscience.de

Eine Postkarte für die europäische Idee


Nächsten Sonntag (23. April) finden in Frankreich Wahlen statt. Das Ergebnis wird die Zukunft Europas beeinflussen. Die Initiative NousSommes.eu – Wir sind Europa hat eine schöne Idee, wie du deine französischen Nachbar*innen an die guten Seiten der EU erinnern kannst: mit einer Postkarte, auf der du erzählst, was du an Europa magst. Wie du an eine Adresse kommst, was du schreiben kannst etc., das erfährst du alles hier.

Zum Schluss was Nettes


Manchmal ist jemand, den wir nicht kennen, einfach nett zu uns und zaubert uns ein Lächeln auf die Lippen – mit einer Geste, mit Worten oder einem Gefallen, um den man gar nicht gebeten hat. Solche Augenblicke wollen wir hier festhalten. Indre erinnert sich an diesen Moment:
 
„Der Mann, der in der S-Bahn einfach so auf den Platz gegenüber wechselte, weil er merkte, dass meine Tochter gerne neben mir sitzen wollte.
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