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Initiativgruppe WAS MACHEN
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WAS MACHEN – Ideen und Tipps für Dein politisches und gesellschaftliches Engagement

09/2017

Engagement ist cool. Ja, ist es! Auch wenn manche Menschen mit den Augen rollen, weil schon wieder auf Tierquälerei, eine Petition oder fehlende Gleichberechtigung hingewiesen wird. Um die Dinge zu verändern und besser zu machen, braucht es genau diesen steten Tropfen, der den Stein höhlt. Wir ziehen den Hut vor all jenen, die sich für unbequeme Themen und Veränderung stark machen.

„Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben. “
Heinrich Böll

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich einzumischen. Zum Beispiel indem wir Sonntag wählen – und vielleicht sogar noch jemand anderen davon überzeugen, es uns doch gleichzutun. Außerdem können wir uns auf lokaler Ebene engagieren und zum Beispiel eine Bürgerinitiative gründen oder ein Bürgerbegehren starten. Einmischen tun wir uns auch, wenn wir für guten Journalismus bezahlen.

Das sind unsere letzten drei Tipps vor dem „Tag X“. Wir sind mehr als gespannt auf die Wahlergebnisse. Bei dem Gedanken daran, dass wohl eine nationalistische Partei in den Bundestag einziehen wird, ist uns ganz schön mulmig. Die Mehrheit in Deutschland ist angeblich gegen nationalistische Parteien. Dann möge diese Mehrheit bitte wählen gehen!

In diesem Sinne alles Gute!

Herzlich,
Antje, Indre, Johannes und Nicola

Ein Bild von AntjeEin Bild von IndreEin Bild von JohannesEin Bild von Nicola
Fotos ©: Privat, Xavier Bonnin, Jelka von Langen, Felix Krumbholz
Eine Ausgabe des Correctiv Newsletters auf einen iPad.

 TIPP 1: 

Für Journalismus zahlen


Es hat seinen Grund, warum in Staaten, die ins Autoritäre abrutschen, als erstes die freie und kritische Presse unterdrückt wird. Wo es keine unabhängigen Medien mehr gibt, kann Macht nicht mehr hinterfragt und die Öffentlichkeit nicht mehr informiert werden. Darum sollte uns ein unabhängiger Journalismus viel wert sein. Ihn finanziell zu unterstützen, ist eine der einfachsten und direktesten Möglichkeiten, sich für eine demokratische Gesellschaft zu engagieren.

Das kann über klassische Medien wie Tages- oder Wochenzeitungen passieren, gedruckt, digital oder beides. Wir sind große Fans von investigativen Journalismus-Projekten wie Correctiv, die man mit einem monatlichen Beitrag unterstützen kann. Correctiv hat über die letzten Jahre mit zahlreichen umfassenden Recherchen vom Klimawandel über von der Pharmaindustrie bezahlte Ärzte bis zur AfD unser Wissen über diese Themen deutlich vertieft. Auch Medienprojekte wie Krautreporter und Perspective Daily machen guten Journalismus.

Übrigens, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind eine tragende Säule der Informationsversorgung in diesem Land. Deswegen zahlen wir gerne die Rundfunkgebühren, auch wenn wir durchaus Reformbedarf sehen.
 
CORRECTIV MITGLIED WERDEN
Blick auf das Tempelhofer Feld in Berlin.

 TIPP 2: 

Mitmischen möglich: Die Bürgerbeteiligung

 

Wir leben in einer so genannten repräsentativen Demokratie. Das heißt, dass wir als Bürger*innen nicht selbst politische Entscheidungen treffen; das tun die von uns auf Zeit gewählten Vertreter*innen der Parteien. Es gibt aber auch in dieser indirekten Demokratie jede Menge Möglichkeiten, am politischen Geschehen mitzumischen. An allererster Stelle steht natürlich das Wählen, denn damit entscheiden wir, wer für uns entscheidet – und wer nicht. Und dann gibt es da noch die so genannte Bürgerbeteiligung, die es uns ermöglicht, politische Entscheidungen und Planungsprozessen mitzugestalten.

Auf kommunaler Ebene und bei Bauvorhaben ist das in unserem Land sogar gesetzlich vorgeschrieben. Soll zum Beispiel eine Bahntrasse oder ein Stromnetz durch eure Gemeinde gebaut werden, müssen die Netz- und Streckenbetreiber euch schon in der Planungsphase einbeziehen. Umgekehrt habt ihr als Bürger*in einer Kommune das (verbriefte) Recht, einen Bürgerantrag zu stellen oder mithilfe eines Bürgerbegehrens einen Bürgerentscheid herbeizuführen und so zum Beispiel einen Beschluss eures Stadt- oder Gemeinderats zu kippen. Die Berliner*innen haben auf diese Weise verhindert, dass der ehemalige Tempelhofer Flughafen bebaut wird.

Neben dieser formellen Bürgerbeteiligung gibt es noch die „informelle“. Eine Bürgerinitiative ist ein typisches Beispiel dafür. Hier schließen sich Bürger*innen zusammen, um ein gemeinsames Anliegen voranzubringen, etwa die Durchsetzung einer Spielstraße oder um Flüchtlingen zu helfen. Auch das ehrenamtliche bzw. freiwillige Engagement in einem Verein, einem Verband oder einer anderen Organisation sind Formen der Bürgerbeteiligung.

Wie man eine Bürgerinitiative, einen Verein oder Verband startet, was man dabei wissen muss, welche Fördermöglichkeiten es gibt – das und mehr erfahrt ihr über den Wegweiser Bürgergesellschaft der Stiftung Mitarbeit.
 

PRAXISHILFEN FÜR DEIN ENGAGEMENT
Screenshot von wahlbingo.bpb.de

 TIPP 3: 

Wählen ist die beste Wahl

 

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Wahl und jetzt kommt es besonders darauf an, viele Menschen zum Wählen zu bewegen. Kennt ihr Nichtwähler*innen? Bekennende oder Unmotivierte oder solche, die sich orientierungslos fühlen? Laut einer Bertelsmann-Studie hängt die Frage „Wählen oder Nichtwählen“ erheblich davon ab, in welchem Umfeld man lebt und ob unter Freund*innen und in der Familie über Politik gesprochen wird.

„Parteien sind doch alle gleich! Meine Stimme ist egal! Wählen ändert nichts!“ BINGO! Wenn eure Bekannten, Verwandten oder Freund*innen so reden, dann weist sie doch auf das Wahlbingo der Bundeszentrale für politische Bildung hin – und schaut euch das Tool selbst einmal an. Es zeigt auf spielerische Art, wie ihr argumentieren und Leute zum Wählen motivieren könnt.

All jene, denen die Wahl schwer fällt, weil sie nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben sollen, möchten wir den Kandidaten-Check ans Herz legen. Anders als die„…O-Maten“ geht es bei diesem Tool um die Kandidat*innen aus deinem Wahlkreis und du erfährst, was sie zu bestimmten Themen (z.B. Mietpreisbremse oder Fahrverbote) denken. Wir finden das eine super Möglichkeit sich zu orientieren und noch einmal rückzuversichern.

Wenn dir deine Wahlentscheidung leicht fällt, dann wollen wir dich ermutigen, darüber zu sprechen. Wir haben in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass es anderen schon allein helfen kann, ihnen die eigene Entscheidung mitzuteilen und zu begründen.
 

ZUM WAHLBINGO

Links und Lektüren


Hier möchten wir euch Artikel, Bücher, Filme oder künstlerische oder kulturelle Projekte empfehlen, die uns gefallen, beschäftigt oder berührt haben. Dazu zählen heute:
Hogesatzbau

Hooligans gegen Satzbau


Seit 2014 gehen die Hooligans gegen Satzbau (Hogesa) mit Witz und Ironie gegen rechtsradikale und populistische Äußerungen vor, indem sie die sogenannte Rechts-Schreibung (verbale Verrohung vor allem in sozialen Netzwerken) korrigieren und Falschaussagen aufklären. Ihrer Facebook-Seite (mit mittlerweile über 150.000 Fans!) solltet ihr unbedingt folgen! Gut finden wir auch, dass die Macher*innen von Hogesa transparent darlegen, welche finanziellen Zuwendungen sie abgelehnt haben, um unabhängig und unparteiisch arbeiten zu können.
 
„Diskutiert mit mir“ Logo

Chatroulette zur Bundestagswahl


Das Chatroulette Diskutier mit mir bringt dich mit Menschen verschiedener politischer Meinungen ins Gespräch: in einem Chat unter vier Augen. Nachdem du dich einer Partei oder politischen Richtung zugeordnet hast, wirst du automatisch mit einer Person verbunden, deren Meinung möglichst weit von deiner entfernt ist. Antwortet dein Gegenüber nicht mehr, geht es mit einem Klick zum nächsten Gespräch – selbstverständlich alles anonym. Spannendes Projekt, dessen niederländisches Vorbild ganze 35.000 Gespräche vor der letzten Wahl angestoßen hat!
 

Screenshot Startseite „What the fact“#whatthefact


In Zeiten von Fake News wird es immer schwerer, zwischen Tatsachen und Falschmeldungen, zwischen Fakten und Mythen zu unterscheiden. Deutschland, der „Zahlmeister Europas“? Die EU, ein „gigantischer bürokratischer Apparat“? #whatthefact ist eine wunderbare Möglichkeit, mit vielen Mythen zu wichtigen Themen wie Klima, Europa und Sicherheit aufzuräumen. Im Quiz-Format kannst du deine eigenen Annahmen überprüfen und tiefer ins Thema einsteigen. Informativ und unterhaltsam zugleich! 

Zum Schluss was Nettes


Das Team von Data made of Things bringt bis zum Wahlsonntag interessante Fakten und Zahlen mal anders rüber als gewohnt. Noch mehr gute Gründe am 24. September wählen zu gehen, zu sehen auf Facebook, Twitter oder Instagram.
 
Datenvisualisierung „Wahlbeteiligung“
CC BY-ND 2.0 Data Made of Things
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