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Juni 2019

Aufwachsen im digitalen Zeitalter

Soft skills sind zentral

Welche Kompetenzen brauchen Kinder und Jugendliche in einer digitalisierten Welt?  Was benötigen sie, um Schule, Berufsausbildung oder Studium meistern zu können und um gute Chancen in der Lebens- und Arbeitswelt von morgen zu haben? Was kann die Digitalisierung zu ihrer persönlichen Entwicklung beitragen und wo lauern die Gefahren?

Diesen und anderen Fragen geht die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen EKKJ in ihrem neuen Bericht «Aufwachsen im digitalen Zeitalter» nach. Zahlreiche Fachexpertinnen und -experten  beleuchten den Einfluss der Digitalisierung auf verschiedene Lebensphasen und -bereiche von Kindern und Jugendlichen.

Die EKKJ fasst die Ergebnisse in einem Forderungskatalog von elf Punkten zusammen. Unter anderem fordert sie, dass nicht nur technische Kompetenzen, sondern auch "Soft skills" gleichwertig vermittelt werden. Sozial- und Selbstkompetenz, Kreativität und kritisches Denken erhalten in der sich schnell wandelnden digitalisierten Welt einen immer grösseren Stellenwert.

Zum gesamten Bericht mit Forderungskatalog

Was heute und in Zukunft wichtig ist

Sarah Genner ist als Medien-Wissenschaftlerin an der Pädagogischen Hochschule Zürich unter anderem spezialisiert auf die Arbeitswelt 4.0. In ihrem Fachbeitrag für den Bericht der EKKJ stellt sie die Frage nach den zentralen Kompetenzen und Grundwerten, über die Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert verfügen sollten. Wie können sie als Erwachsene Lebenszufriedenheit und gleichzeitig Arbeitsmarkt-Fähigkeit erlangen?

FinanceMission im Gespräch mit Sarah Genner

Die wichtigste Frage vorneweg: Welche Kompetenzen und Grundwerte sind in der heutigen Zeit für die Kinder und Jugendlichen zentral?

Dies ist eine Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt. Es wäre nicht sinnvoll, alle Kinder und Jugendlichen über einen Kamm zu scheren. Oft sind ganz unterschiedliche Kompetenzen gefragt. Manchmal sind es geradezu gegensätzliche Charakterstärken, die sich ergänzen, und damit ein Team erfolgreich machen. Dennoch plädiere ich neben fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen insbesondere auch für Grundwerte wie Respekt, Verantwortung und Ehrlichkeit.

In Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung gibt es bestimmt Kompetenzen, die mehr Bedeutung erhalten als andere?

Im Zusammenhang mit der digitalen Transformation und dem mobil-flexiblen Arbeiten werden höhere Anforderungen an die Selbststeuerung gestellt. Deswegen sind Kompetenzen wie Selbstorganisation, Selbstdisziplin und Selbstwirksamkeit vielleicht noch wichtiger geworden. Oft wird betont: Künftige Arbeitskräfte müssen das können, was Maschinen nicht können, nämlich über Kreativität, Problemlösefähigkeit und Sozialkompetenzen verfügen.

Was verstehen Sie genau unter digitalen Kompetenzen?

In meinem Überblicksmodell fasse ich digitale Kompetenzen als Querschnittskompetenzen auf, die den drei grossen Pfeilern – fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen – zugeordnet werden können. Bei den sozialen Kompetenzen bedeutet dies unter anderem, über digitale Kanäle zusammenzuarbeiten und sich in der Online-Gesellschaft zu engagieren. Oder bei den persönlichen Kompetenzen einen sinnvollen und gesunden Umgang mit den Medien zu haben.

Ist die Schweiz vorbereitet auf den digitalen Wandel?

Es ist stark umstritten, wie sich der Arbeitsmarkt in der Schweiz aufgrund der digitalen Transformation verändern wird, da grosse branchen- und funktionsspezifische Unterschiede bestehen. Fakt ist, dass in den letzten zehn Jahren in der Schweiz die Vollzeitstellen um mehr als 10 Prozent zugenommen haben. Die Schweiz ist mit dem dualen Bildungssystem, der politischen Stabilität und der konkurrenzfähigen Volkswirtschaft gut aufgestellt. 

Die zentralen Kompetenzen
Sarah Genner hat in einer Metaanalyse 100 Auflistungen von Kompetenzen aus 26 Modellen von "21th century skills" analysiert. Welche Kompetenzen am meisten genannt wurden, illustriert die Wortwolke. 


Den Fachbeitrag von Sarah Genner finden Sie im Bericht der EKKJ auf den Seiten 9-15.

Spotlight Schweiz

Gesucht: innovative digitale Projekte

Spotlight Schweiz – ein Angebot der finnischen Förderorganisation hundrED und lokalen Partnern – setzt sich für die digitale Transformation in der Schule ein. Ziel ist es, Lehrpersonen zu unterstützen, die zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern innovative Methoden und Arbeitsinstrumente ausprobieren. Alle Lehrpersonen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I können Projekte einreichen. Die zehn prämierten Projekte erhalten insgesamt 120'000 Franken für die Weiterentwicklung. Eingaben sind noch bis Ende Juli 2019 möglich. Weitere Informationen unter diesem Link.

Schuldenmodul TG auf Kurs

Das Schuldenmodul Thurgau ist unser Kooperationsprojekt mit dem Amt für Betreibungs- und Konkurswesen und den beiden Budgetberatungsstellen BENEFO und CARITAS Thurgau. Nach einem Jahr Laufzeit können wir zusammen mit unseren Partnern eine positive Bilanz ziehen: Die angebotenen Unterrichtsbesuche werden rege gebucht, Schülerinnen und Schüler profitieren von den praktischen Einführungen. Bereits heute können Thurgauer Lehrpersonen auf unserer Webseite Unterrichts-besuche für das neue Schuljahr 2019/20 buchen. 

Rückblick: FinanceMission am Berner Bildungstag

Am 15. Mai 2019 waren wir am Berner Bildungstag in der Tissot Arena in Biel vor Ort und haben FinanceMission einem zweisprachigen Publikum präsentiert. Mehr als 6'000 Lehrpersonen und Schulleitende kamen zusammen, um zum Thema "Menschenverstand" zu diskutieren, welche Bildung die Kinder und Jugendlichen in einer digitalisierten Welt benötigen.
Zum Rückblick

Kurs zu "Finanzkompetenz spielend lernen"

An den swch-Kurswochen in Chur bieten wir am 16. Juli 2019 einen Tageskurs zu FinanceMission an. Am Kurs erhalten Sie eine detaillierte Einführung in das Lerngame und in die begleitenden Arbeitsmaterialien. Sie haben die Gelegenheit, sich vertieft mit Themen der Finanzkompetenz (Budget, Sparen, Kaufentscheide etc.) auseinanderzusetzen und die Möglichkeiten eines gamifizierten Lernangebots kennenzulernen. 
Weitere Informationen

Lesetipp: JAMESfocus-Studie 2019 zum Thema Fake-News

Die JAMESfocus-Berichte vertiefen aktuelle Themen der JAMES-Studien zum Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz. Im neuesten Bericht werden Fragen zum Nachrichten-Konsum und zum Medienvertrauen von Jugendlichen analysiert. Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen gaben an, bereits einmal mit Fakten konfrontiert gewesen zu sein, die sich im Nachhinein als falsch herausstellten. Der Bericht schliesst denn auch mit konkreten Tipps für den Umgang mit Fake-News.
Zu den Studienergebnissen und Tipps
 

FinanceMission, c/o LCH, Pfingstweidstrasse 16, 8005 Zürich www.financemission.ch
+41 44 545 23 66, info@financemission.ch 

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