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Verständnis für das Seefeld: The Monocle Shop & Café.

BDC

THE MONOCLE SHOP & CAFÉ

Tyler Superstar

 

«Kennt ihr Tyler Brûlé?», fragte uns die Anwältin Mitte Vierzig, die uns beim Abendessen gegenüber sass. «Einfach fantastisch. Ein Genie. Ich muss unbedingt in sein neues Café.» Ihr Mann zog die Augenbrauen hoch und schien sich zu fragen, ob seine Ehe in Gefahr sei. Er wusste offensichtlich nichts über diesen Mann. 

Wir schon. Tyler Brûlé ist ein millionenschwerer Lifestyle-Guru, Gründer der Magazine Wallpaper und Monocle, der Mann, der die Swissair zur Swiss gebrandet hat. Er schreibt eine wöchentliche Kolumne in der Financial Times über Business Class Flüge und Jetset Tipps für Corporate Executives. Alle nennen ihn einfach nur Tyler. Was wir nicht wussten: Tyler hat in Zürich ein Café eröffnet. Und das schon vor Monaten. Kaum einer unserer Freunde hatte davon gehört, keiner ist bis jetzt da gewesen. Als wir die Adresse nachschlugen, wussten wir weshalb. Das Café liegt im Seefeld.

Wir sind nie im Seefeld. Was eigentlich merkwürdig ist. Denn auf dem Papier ist das Quartier der begehrteste Stadtteil überhaupt. Wer im Seefeld wohnt, hat es geschafft. Viele der Expats, die ins Zürcher Seebecken gespült werden, stranden am rechten Ufer. Nur ist aus all dem brach liegenden Kapital wenig Interessantes entstanden – der vergoldete Streifen zwischen Opernhaus und Blatterwiese ist ein Slum der Reichen, denen es an nichts mangelt ausser Stadtleben. Es gibt eine Handvoll italienischer Restaurants, englisch-sprachige Kinderkrippen und getrimmte Gartenhecken – das war's.

Das Seefeld ist Tylers natürliches Habitat, seine Bewohner der Archetyp seiner Folgschaft. Sie haben auf ihn gewartet, und nun ist er endlich gekommen. Sein Lokal ist ein perfekt hergerichtetes Stil-Nirwana aus den grün-braun-gelben Bausteinen der Monocle-Welt, in dem aspirierende und arrivierte Kosmopoliten ihre freien Stunden verbringen. Es gibt Gebäck von Seri, Kaffee von Miró und Etuis von Comme des Garçons, im Hintergrund säuselt eine britische Radiostimme. Natürlich ist alles auf Englisch angeschrieben. Wir trinken einen Doppio, blättern in der hauseigenen Nachbarschaftskarte und unterhalten uns mit einer geschiedenen Blondine im Daunengilet, die an der Goldküste Yoga unterrichtet. Sie findet das Etablissement sehr gelungen; nur das Pendant in London mag sie noch besser. 

Wir verstehen, weshalb es ihr gefällt. Das Café ist tatsächlich eine Bereicherung. Nicht unbedingt für die Stadt oder für uns. Aber für das Seefeld allemal. 

py.

THE MONOCLE SHOP & CAFÉ, Dufourstrasse 90, 8008 Zürich
Mo bis Fr 7.30 – 20.00, Sa und So 8 – 19.00 Uhr
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